Bagdad: 21 Tote bei Selbstmordanschlag

9. Februar 2005, 20:19
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Folgenschweres Attentat auf Rekrutierungsstelle - Irakischer Politiker überlebt Mordanschlag - Zwei seiner Söhne getötet

Bagdad/Rom - Bei einem blutigen Anschlag auf ein Rekrutierungsbüro der irakischen Armee im Westen von Bagdad sind am Dienstag mindestens 21 Menschen getötet und 27 weitere verletzt worden. Dies teilte ein Sprecher der US-Armee mit. Unbekannte erschossen unterdessen zwei Söhne eines sunnitischen Politikers, der den Anschlag auf ihn überlebte.

Verletzte im Bagdader Yarmuk-Krankenhaus und Polizisten am Schauplatz schilderten den Hergang der Attacke auf das Rekrutierungsbüro auf unterschiedliche Weise. Einige dieser Augenzeugen vermuteten einen Selbstmordattentäter mit Sprengstoffgürtel als Auslöser der gewaltigen Explosion, andere wiederum sprachen von einem Mörserangriff. Zum Zeitpunkt des Vorfalls hatten vor dem Rekrutierungsbüro hauptsächlich junge Männer Schlange gestanden, die sich für die neue irakische Armee bewerben wollten.

Irakischer Politiker entkommt Anschlag

Der irakische Politiker Mithal al-Alusi entkam Dienstag Früh einem Anschlag, bei dem seine beiden Söhne getötet wurden. "Meine beiden Söhne und mein Leibwächter sind tot", sagte Alusi nach dem Angriff in der irakischen Hauptstadt Bagdad. Unbekannte hätten in der Nähe seines Hauses auf sein Auto geschossen. Seine Söhne waren 22 und 30 Jahre alt. Der sunnitische Politiker hatte bei den Wahlen Ende Jänner kandidiert.

Derweil starben bei einem einstündigen Gefecht zwischen irakischen Soldaten und Aufständischen im unruhigen südlichen Vorland von Bagdad fünf Menschen. Eine Gruppe von Rebellen hatte in Mahawil, 50 Kilometer südlich von Bagdad, einen irakischen Armeekonvoi angegriffen. Unter den Opfern waren drei Soldaten und zwei Aufständische, darüber hinaus wurden elf Soldaten verletzt, bestätigte ein örtlicher Armeesprecher. Irakische Sicherheitskräfte, die zur Verstärkung anrückten, nahmen 18 Rebellen fest.

Eine islamistische Gruppe namens Mudschahedin-Brigaden erklärte in einer Internetbotschaft, die entführte italienische Journalistin Giuliana Sgrena getötet zu haben. Sie sei eine "Spionin der Truppen der amerikanischen Kreuzzügler", hieß es zur Begründung. Jedoch sei derzeit nicht klar, wie glaubwürdig die Botschaft ist, berichteten italienische Medien am Dienstag. Das italienische Außenministerium wollte zunächst keinen Kommentar abgeben. (APA/dpa/Reuters)

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