Überblick: Die Parteien und ihre Chancen

8. Februar 2005, 19:47
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Rechtsliberale weiter auf Regierungskurs - Sozialdemokraten klagen über Gegenwind

Kopenhagen/Helsinki - Bei den Parlamentswahlen am 8. Februar treten in Dänemark insgesamt zehn Parteien an. Die folgenden werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der kommenden Legislaturperiode im Folketing vertreten sein:

Rechtsliberale: ("Venstre"): Regierungspartei unter Parteichef Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen. Derzeit 56 Mandate, kann laut Umfragen mit 31 bis 32 Prozent der Stimmen rechnen, was gegenüber den letzten Wahlen im November 2001 eine leichte Verbesserung bedeuten könnte. Setzten im Wahlkampf erwartungsgemäß auf den Regierungschef-Bonus. Fogh Rasmussens bisherige Amtszeit war unter anderem geprägt von der Teilnahme Dänemarks am Irak-Krieg auf Seiten der USA. Website: venstre.dk

Sozialdemokraten: Erst seit gut einem Jahr steht Ex-Außenminister Mogens Lykketoft an der Spitze der größten Oppositionspartei, die bei den Wahlen einen weiteren Rückschlag befürchten muss und von zuletzt 29 diesmal sogar auf etwa 25 Prozent zurückfallen könnte. Allgemein wird erwartet, dass Lykketoft bei einer deutlichen Wahlniederlage das Handtuch wirft. Ex-Parteichef Poul Nyrup Rasmussen erzielte als Spitzenkandidat der dänischen Sozialdemokraten bei den EU-Wahlen im Juni vergangenen Jahres noch einen deutlichen Erfolg. Das erklärte Wahlkampfthema Nummer eins, Arbeitsmarkt, griff bisher nicht so richtig. Website: socialdemokratiet.dk

Dänische Volkspartei: Die rechtspopulistische Stützpartei der Regierungskoalition profilierte sich durch einen konsequent einwanderungsfeindlichen Kurs und punktete in den letzten Jahren mit einer strengen Ausländergesetzgebung. Im Wahlkampf verlangte Parteichefin Pia Kjaersgaard eine weitere Verschärfung der Einwanderungspolitik. Könnte laut Umfragen Verluste erleiden und mehrere ihrer bisher 22 Mandate einbüßen. Website: danskfolkeparti.dk

Konservative: Juniorpartner in der Regierung. Parteichef Bendt Bendtsen, derzeit Wirtschaftsminister. Traditionelle Unternehmerpartei, steht etwas weiter in der Mitte als die Rechtsliberalen. Kam im bisherigen Wahlkampf offenbar gut an und könnte leicht zulegen. Bei den letzten Wahlen bekamen die Konservativen rund neun Prozent und damit 16 Mandate. Website: http://www.konservative.dk

Sozialistische Volkspartei: Übernimmt in Dänemark die Funktion einer klassischen links-grünen Partei. Ihr Motto lautet: "Das Leben grün, das Herz rot". Dürfte ein Ergebnis rund um die sechs Prozent einfahren und in etwa auf ihre bisherigen zwölf Mandate kommen. Parteichef seit 1991 ist der kantige Politiker Holger K. Nielsen. Website: sf.dk

Linksliberale ("Radikale"): Umfragen sehen die Partei unter ihrer Chefin Marianne Jelved als eine der Gewinnerinnen. Jelved wies Spekulationen über einen möglichen Einstieg als dritte Regierungspartei zusammen mit den beiden großen Mitte-Rechtsparteien bisher aber zurück. Die "Radikalen" liegen in den neuesten Umfragen bei über neun Prozent, was ihnen eine Verdoppelung ihrer bisher neun Mandate bringen könnte. Setzte im Wahlkampf stark auf soziale Themen und positionierte sich klar gegen ausländerfeindliche Tendenzen. Website: radikale.dk

Weiters kandidieren die bisher im Parlament vertretenen Christdemokraten und die "Einheitsliste". Sie könnten diesmal aber an der Zwei-Prozent-Hürde scheitern. Die "Minderheitenpartei" und die "Zentrumsdemokraten" haben kaum Chancen. (APA)

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