Letzter Rivale für Howard Dean um US-Demokraten-Vorsitz gibt auf

10. Februar 2005, 14:18
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Wahl am Samstag in Washington - Politisches Comeback oder "Sterbehelfer beim Selbstmord" der Demokraten

Washington - Der letzte Rivale von Howard Dean im Rennen um den Vorsitz der US-Demokraten hat seine Kandidatur am Montag zurückgezogen. Timothy Roemer wird nicht am Samstag bei der Wahl des Vorsitzenden des DNC (Democratic National Committee) in Washington antreten, damit ist der Weg für Dean frei. Der ehemalige Gouverneur von Vermont und vergangenes Jahr in den parteiinternen Vorwahlen um die Kür zum Präsidentschaftskandidat gescheiterte Dean vollzieht damit ein politisches Comeback.

Bei seinem Rückzug aus dem Rennen richtete Roemer noch eine Warnung an seine Parteifreunde: Sie sollten sich mehr auf Sicherheitspolitik konzentrieren und eine Politik der Werte verfolgen. Roemer selber zählt zum konservativen Flügel der Demokraten, er lehnt etwa das derzeit in den USA gewährleistete Recht auf Abtreibung ab und möchte Schwangerschaftsabbruch außer im Fall von Vergewaltigung, Inzest oder Gesundheitsgefahr für die Frau durch die Schwangerschaft verbieten.

Der deklarierte Gegner des Irak-Kriegs Dean gilt in der Partei als Linker, der zu den regierenden konservativen Republikanern deutlich in Opposition geht. Bei den Demokraten ist Deans Kurs umstritten: Während manche froh sind, wenn die Demokraten unter seiner Führung nicht mehr als eine gemäßigtere Version der Republikaner auftreten und stärker auf soziale Themen pochen stoßen sich andere an Deans dezidierter Ablehnung des Irak-Kriegs, seinem Eintreten für Homosexuellen-Rechte und seinem Konfrontationskurs zu Bush und sehen in ihm einen "Sterbehelfer beim Selbstmord" der Demokratischen Partei. (APA)

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