Iran und EU verhandeln erneut über Atomprogramm

10. Februar 2005, 18:26
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Union will Therean zu "dauerhafter Ausetzung" der Urananreicherung bewegen - Rouhani: US-Militärschlag kann Programm nicht stoppen

Genf - Vertreter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens treffen am Dienstag in Genf zu neuen Verhandlungen mit dem Iran über dessen umstrittenes Atomprogramm zusammen. Der Iran hatte den Europäern im vergangenen November zugesagt, als vertrauensbildende Maßnahme zunächst kein Uran mehr anzureichern; die Europäische Union will aber eine dauerhafte Aussetzung erreichen.

Vor allem die USA werfen Teheran vor, mit seinem Nuklearprogramm militärische Ziele zu verfolgen. In den vergangenen Wochen hatten die Verhandlungen keine großen Fortschritte mehr gemacht. Am Montag hatte Teheran von den Europäern "mehr Klarheit" über ihre Absichten gefordert.

Rouhani: US-Militärschlag kann Programm nicht stoppen

Im Streit um sein Atomprogramm hat der Iran versichert, an einer Lösung des Konflikts mit den USA interessiert zu sein. Zugleich erklärte der iranische Verhandlungsführer und Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates Hassan Rouhani am Dienstag, ein Militärschlag der Amerikaner könne das Programm nicht stoppen. Der Iran suche keine Spannungen mit den USA, sondern wolle die Probleme mit den Amerikanern lösen, sagte Rouhani im staatlichen Fernsehen. Doch seien es die USA, die die Probleme nicht lösen wollten.

Die iranischen Atomanlagen seien über das Land verstreut und in allen könnten Zentrifugen hergestellt werden. "Deshalb wird Amerika nicht in der Lage sein, unsere nuklearen Einrichtungen und Minen mit einem Militärschlag zu zerstören", sagte der nationale Sicherheitsberater.

Washington wirft Teheran vor, am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Während die EU-Staaten Frankreich, Deutschland und Großbritannien sich um eine Verhandlungslösung bemühen, hat Washington einen Militärschlag gegen das Land nicht ausgeschlossen. Bevollmächtigte Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens treffen am heutigen Dienstag in Genf zu neuen Verhandlungen mit dem Iran über dessen Atomprogramm zusammen. Der Iran hatte den Europäern im vergangenen November zugesagt, als vertrauensbildende Maßnahme zunächst kein Uran mehr anzureichern.(APA)

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