Deutscher Physiker entwickelt Brille für Farbenblinde

14. Februar 2005, 16:13
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Computergesteuerter Sehtest bestimmt Farbfehlsichtigkeit

Göttingen – Der Göttinger Physiker Markus Gregor hat eine Farbkorrekturbrille für Farbenblinde entwickelt. Mit dem Gerät können wichtige Sehfehler korrigiert werden. Weltweit leiden etwa 180 Mio. Menschen darunter, dass sie Farben nicht richtig erkennen und unterscheiden können. Ursache dieser Farbfehlsichtigkeit ist ein genetischer Defekt, der hauptsächlich bei Männern auftritt. Die Brille könnte Abhilfe schaffen, berichtet die BioRegio Niedersachsen.

Im Idealfall kann ein Mensch bis zu 10.000 Farbunterschiede erkennen. Bei Farbenblinden sind zwar alle Farbrezeptoren im Auge vorhanden, aber mindestens ein Rezeptor weicht in seiner Sensitivität ab. Dadurch ist das Farbunterscheidungsvermögen in bestimmten Farbbereichen geringer. "Ist der Rot-Rezeptor zu zehn Prozent eingeschränkt, wird eine rote Verkehrsampel schon als grün wahrgenommen", so Gregor. Um die Sehschwäche zu lindern, muss der Grad der Störung im gesamten sichtbaren Farbbereich exakt bestimmt werden. "Ungenaue Messungen und nicht individuell angepasste Sehhilfen waren die Hauptursachen dafür, warum die bislang im Markt angebotenen Produkte den Betroffenen nicht den erhofften Erfolg brachten", erklärt der Wissenschaftler.

Computergesteierter Sehtest bracht Durchbruch

Mit einem computergesteuerten Sehtest gelang dem Forscher der Durchbruch. Mit diesem Verfahren kann der Grad der Farbfehlsichtigkeit mit einer so hohen Präzision bestimmt werden, dass die Abweichung nur noch im Prozentbereich liegt. Auf der Basis hat der Physiker eine Farbkorrektursehhilfe, die mit einem speziellen mathematischen Optimierungsverfahren berechnet und aus gängigen Filtermaterialien kombiniert wurde, entwickelt. Erste Untersuchungen an 40 Probanden haben den Erfolg bestätigt. Alle Patienten konnten die gängigen Farbverwechslungsbereiche erstmals richtig unterscheiden.

Der Forscher arbeitet derzeit an der Serienreife des Produkts, in dem von ihm gegründeten Unternehmen Optics Ing.enium. Das auf Life Sciences spezialisierte Beratungsunternehmen BioRegioN hat für Optics Ingenium den Business Plan erstellt und unterstützt das junge Unternnehmen auch bei der Suche nach Investoren. (pte)

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