Würmer am Haken und Hummer im Kochwasser sind schmerzfrei

13. Februar 2005, 20:13
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Sehr simples Nervensystem: Gehirn ist nicht groß genug, um derartige Signale zu interpretieren

Oslo - Am Angelhaken aufgespießte Würmer empfinden einer norwegischen Studie zufolge ebenso wenig Schmerz wie Hummer oder Krebse, die in kochendes Wasser geworfen werden. "Der gewöhnliche Wurm hat ein sehr simples Nervensystem. Man kann ihn in zwei Hälften schneiden, und er macht trotzdem so weiter wie vorher", sagte Professorin Wenche Farstad, die die Untersuchung für die norwegische Regierung leitete, am Montag.

Vermutlich krümmten sich Würmer am Haken nur aus Instinkt. "Sie fühlen vielleicht etwas, aber es ist kein Schmerz und beeinträchtigt ihr Wohlbefinden nicht". Die norwegische Regierung hatte die Studie kurz vor der Neugestaltung des norwegischen Tierschutzrechts in Auftrag gegeben. Hätte sie ein Schmerzempfinden von Würmern ergeben, wäre der Einsatz von Lebendködern vermutlich verboten worden.

Gehirn nicht groß genug

Die meisten wirbellosen Tiere würden anders als Säugetiere keinen Schmerz wahrnehmen, sagte Farstad. Ihr Hirn sei schlicht nicht groß genug, die Signale zu interpretieren. Dies gelte auch für Hummer oder Krebse, die zur Zubereitung in kochend heißes Wasser geworfen würden. Weiter entwickelte Insektenarten dagegen brauchten mehr Fürsorge - etwa die Honigbiene, die Sozialverhalten und Lernvermögen zeige. "Wir haben eine besondere Verantwortung für die Tiere in unserer Obhut. Dies ist keine wissenschaftliche Meinung, sondern die ethische Seite der Angelegenheit", sagte Farstad. (APA/Reuters)

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