Minister Pröll gegen Pkw-Maut

9. Februar 2005, 08:42
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Laut Studie nutzt Road Pricing der Umwelt und der Volkswirtschaft

Wien/Graz - Ein halbes Jahr brauchte es, bis das Umweltministerium auf eine Studie reagierte, die es bei der Karl-Franzens-Universität und der Technische Universität Graz in Auftrag gegeben hatte. Autoren der Studie waren zum Schluss gekommen, dass eine flächendeckende Pkw-Maut von bis zu zehn Cent pro Kilometer den Verkehr um 14 Prozent eindämmen und bis zu 1,6 Millionen Tonnen Kohlendioxidausstoß einsparen könne.

Vier Millionen sparen

Laut der Regierungsstrategie zur Einhaltung des Kioto-Vertrages sollen vier Millionen Tonnen Kohlendioxid, die der österreichische Verkehr verursacht, in den nächsten sechs Jahren eingespart werden. Doch während Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka (ÖVP) kürzlich eine flächendeckende Maut nicht ausgeschlossen hatte, will man von dieser im Umweltministerium nichts mehr wissen. "Das wären ganz gehörige Summen, die da auf die Autofahrer zukommen würden", moniert Gerhard Popp, ein Sprecher von Umweltminister Josef Pröll, dem STANDARD gegenüber. Außerdem sei das vom Grazer Volkswirtschaftsexperten Karl Steininger entworfene Modell eine zu große Belastung für die Volkswirtschaft. "Man müsste teure Abrechnungssysteme in Kauf nehmen und reihenweise Galgen in die Natur bauen", so Popp. "Unterm Strich stimmt die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht", bilanziert man im Ministerium. (DER STANDARD - Printausgabe, 8.02.2005)

Von Colette M. Schmidt
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