AUA überlässt slowakischer Tochter das Feld in Bratislava

14. März 2005, 15:51
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Die Neuerwerbung Slovak Air wird von der AUA aufgepäppelt: Statt mit einem wird sie ab Sommer mit drei Fliegern starten

Wien - Nach der jüngst erfolgten mehrheitlichen Übernahme der Slovak Air will sich die AUA selbst aus Bratislava wieder zurückziehen und das Feld zur Gänze ihrer slowakischen Tochter überlassen.

Das kündigte AUA-Vorstand Josef Burger im STANDARD-Gespräch an. Mangels Auslastung hat die AUA zuletzt die Flüge nach London und Paris via Bratislava eingestellt. Derzeit wird nur die Strecke Bratislava-Brüssel bedient.

Die Slovak Air wird ab dem Sommer mit drei Flugzeugen starten: Zur bestehenden Boeing 737 kommt eine zweite dazu, außerdem wird eine Fokker 100 in Bratislava stationiert. Über die Destinationen wollte Burger derzeit noch keine Angaben machen.

Nur soviel: Es werde einen Punkt-zu-Punkt-Verkehr zu Zielen in der EU und in Osteuropa geben. Burger hofft, dass die 1998 gegründete Slovak Air erstmals 2006 ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen wird. Der Verlust der Airline stieg 2003 von umgerechnet 1,46 auf 3,7 Mio. Euro.

Glückliche Beteiligung an der Ukraine International Airlines

"Sehr glücklich" ist die AUA mit ihrer derzeit 22,5-prozentigen Beteiligung an der Ukraine International Airlines (UIA), die sobald wie möglich aufgestockt werden soll. Derzeit laufen Gespräche über einen Businessplan. Noch im ersten Halbjahr erwartet Burger die Entscheidung, wie hoch der Finanzbedarf der Airline ist.

Bei der Kapitalerhöhung könnte die AUA ihren Anteil in einem ersten Schritt auf 25 Prozent aufstocken, die Mehrheit an der Airline, an der die EBRD (Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung) knapp zehn Prozent hält, wird weiter beim Staat bleiben.

Mehr als 150 Flüge pro Woche

UIA bietet aktuell mit acht Boeing 737 mehr als 150 wöchentliche Flüge nach Europa und in den Nahen Osten an. Neue Ziele sind Kuwait und die libysche Hauptstadt Tripolis. Der AUA bietet die Beteiligung den Zugang zu fünf Destinationen in der Ukraine. Am Wunschzettel der AUA steht auch eine Beteiligung an der Bulgarien Air, die ebenfalls noch im ersten Halbjahr privatisiert werden soll.

Ab 2006 brechen für Business-Passagiere auf der Langstrecke bessere Zeiten an. Ab dann werden zunächst die sechs Boeing 767 und die drei Triple Seven der Lauda Air mit Liegesitzen ausgestattet.

Etwas später werden auch die acht AUA-Airbusse umgerüstet. Die Zahl der Businessclass-Plätze wird von zehn auf 15 Prozent erweitert, rund zwölf Sitze mehr. Auf vier Boeing 767 wurde das Business-Sitzplatzkontingent bereits von 24 auf 36 erhöht.

Nachdem ab dem zweiten Quartal wieder alle Destinationen im vollem Ausmaß angeflogen werden, werden noch heuer 107 Piloten aufgenommen: 72 davon bei der AUA/Lauda und 35 bei Austrian Arrows, sagte Burger.

Klage erwogen

Nicht gefallen lassen will sich die AUA die vom Finanzministerium von vier auf acht Euro verdoppelte Sicherheitsgebühr, die jeder Fluggast beim Ticketkauf mitzahlen muss.

Da die Gebühr keine Zweckbindung für Investitionen in die Flugsicherheit aufweise, liege die Annahme nahe, dass auch die Erhöhung der generellen Budgetsanierung diene, argumentiert die AUA.

Flugpassagiere würden damit im Vergleich zu Benützern anderer Verkehrsmittel überproportional zur Kasse gebeten, was dem Gleichheitsgrundsatz in der Verfassung widerspreche. Daher prüft die AUA eine Verfassungsklage. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 08.02.2005)

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