Parlamentswahlen in Dänemark: Mehrheitsbeschaffer Färöer und Grönland

8. Februar 2005, 09:12
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Rassmussen verlor zuletzt an Zustimmung - Hoffnungsschimmer für die Opposition

Kopenhagen - Einen Tag vor der Parlamentswahl in Dänemark gab es am Montag für die bisher in fast allen Umfragen zurückliegende Opposition erstmals einen kleinen Hoffnungsschimmer. Laut dem Wahlforscher Sören Risbjerg Thomsen ergeben die Ergebnisse der jüngsten Umfragen verschiedener Meinungsforschungsinstitute im Durchschnitt keine Mehrheit mehr für die derzeit regierende rechtsliberal-konservative Koalition von Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen und deren Unterstützer von der ausländerfeindlichen Dänischen Volkspartei.

Laut der jüngsten Gallup-Umfrage wackelt die Mehrheit der drei Rechtsparteien mit nur noch 90 von 179 Mandaten bedenklich. Entscheidend für eine Fortführung der bisherigen Regierung könnte es demnach werden, ob die kleine Christdemokratische Partei erneut den Sprung ins Parlament schafft, beziehungsweise, wie sich die traditionell schwer berechenbaren, insgesamt vier grönländischen und färöischen Abgeordneten verhalten.

Mittelwert

Die Opposition kann im Endspurt vor allem dank starker Werte für die Linksliberalen ("Radikale") und der links-grünen Sozialistischen Volkspartei hoffen. Die Sozialdemokraten unter Rasmussen-Herausforderer Mogens Lykketoft liegen dagegen mit einem Mittelwert von knapp unter 26 Prozent noch immer deutlich hinter ihrem letzten, schwachen, Wahlergebnis von 2001 (29,1 Prozent).

Grund dafür, dass die von den Rechtspopulisten gestützte Minderheitsregierung noch zittern muss, ist der zuletzt einsetzende Rückgang der Unterstützung für die Rechtsliberalen ("Venstre") von Ministerpräsident Fogh Rasmussen. Der wird als Verlierer des letzten TV-Duells mit Lykketoft von vergangener Woche gesehen, in dem es in erster Linie um verschiedene Programme zur Verbesserung von Wohlfahrt und Arbeitsmarkt ging.

Rund vier Millionen Dänen sind heute, Dienstag, dazu aufgerufen, das Parlament (Folketing) neu zu wählen. Regierungschef Rasmussen hatte vor drei Wochen vermutlich wegen anhaltend guter Umfragewerte die ursprünglich erst im November fällige Parlamentswahl vorziehen lassen. Die dänische Verfassung gibt dem Ministerpräsidenten das Recht, jederzeit Neuwahlen auszurufen. Von den 179 Sitzen sind vier für Abgeordnete aus Grönland und den Färöern reserviert. (APA)

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