Frauenbilder im ORF

22. März 2005, 16:05
10 Postings

So rosig fällt das Urteil für den ORF nicht aus - Immerhin, ein Anfang. Und ein guter Anlass, endlich "Eine himmlische Familie" ...

"Wahrnehmung von männlichen und weiblichen Rollenbildern in den im ORF-Fernsehen aktuell ausge strahlten Unterhaltungsserien und deren Identifikationspotenziale aus der Sicht der ZuschauerInnen", lautet der wenig publikumsfreundliche Titel einer Studie, die der ORF-Publikumsrat bei den Meinungsforschern am Küniglberg in Auftrag gab.

Wenig überraschend fällt das Resümee durchaus positiv für den ORF aus: 72 Prozent der Befragten bewerteten Männer- und Frauenbilder in ORF-Unterhaltungsserien "als zunehmend fortschrittlicher", nur acht Prozent als "konservativer".

Generell seien Frauenfiguren in Unterhaltungsserien "selbstbewusst, überwiegend berufstätig und finanziell unabhängig". Das Fazit beschönigt. Im Inneren des 197 Seiten starken Untersuchung wurden die Forscher nämlich sehr wohl fündig: "Konventionell" sei die Rollenverteilung in "24" und "Third Watch". Selbiges gelte für Soap-Operas wie "Jede Menge Le ben" oder "Reich und Schön". Für "klischeehaft" hält die Studie "Schlosshotel Orth", "Dolce Vita". Die selbstbewussten Darstellerinnen aus "Charmed" oder "Gilmore Girls" würden sich "oft den Männern unterordnen".

So rosig fällt das Urteil für den ORF nicht aus. Immerhin, ein Anfang. Und ein guter Anlass, endlich die superreaktionäre Langzeitserie "Eine himmlische Familie" aus dem Programm zu kippen. (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 8.2.2005)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Eine himmlische Familie"

Share if you care.