"Männer dürfen fast alles"

10. Februar 2005, 10:28
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ORF-Publikumsratsstudie untersuchte Geschlechterrollen in TV-Serien

Wien - Berufstätige Mütter, weibliche Vorgesetzte und selbstbewusste Mädchen sind in TV-Serien immer häufiger anzutreffen. In ihrem Verhalten aber folgen Figuren doch noch eher konventionellen Geschlechterrollen. Dies ist ein Teilergebnis einer ORF-Studie zu Rollenbildern in ORF-Unterhaltungsserien, die am Montag im Publikumsrat des Senders vorgelegt wurde.

Resultat der Inhaltsanalyse

Nach wie vor herrsche ein überwiegend konventionelles Männer- und Frauenbild. Zwar werden Frauenfiguren oft als selbstständig dargestellt, in der konkreten Interaktion aber werden Männer dominant, Frauen eher als untergeordnet gezeichnet. Der "Korridor erlaubten Verhaltens" ist für weibliche Figuren enger gesteckt, brachten auch die Gruppendiskussionen zu Tage: "Männer dürfen fast alles", die Anforderungen an Frauen seien höher.

Die Repräsentation von Rollenbildern variieren indes je nach Seriengenre deutlich: In so genannten Familienserien - "Schlosshotel Orth", "Der Fürst und das Mädchen", "Für alle Fälle Stefanie" - in Krimiserien oder Soap Operas herrscht immer noch eine traditionelle Geschlechteraufteilung vor. In Jugendserien und Sitcoms gibt es auch alternative Angebote. Vor allem Letztere sind häufig gerade deshalb witzig, weil sie mit "typischen" Rollenbildern spielen und diese pervertieren. (APA)

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