Griechenland: Sex-Enthüllungen sorgen für Kirchenskandal

Redaktion, 09. Februar 2005 18:52

Zeitung veröffentlichte Foto, auf dem auch ein Bischof zu sehen sein soll

Athen - Immer neue Enthüllungen und Vorwürfe erschüttern die Glaubwürdigkeit der griechisch-orthodoxen Kirche in ihrer Heimat in bisher noch nicht erlebtem Maße. Nachdem Geistliche Antiquitäten geschmuggelt und Kirchgelder veruntreut haben sollen, folgte am Montag die Publikation eines angeblichen Sex-Skandals.

Das Athener Boulevardblatt "Avriani" veröffentlichte ein Oralsex-Foto. Die Gesichter der Beteiligten sind zwar nicht zu erkennen, laut Zeitung soll dabei ein Bischof aus Südgriechenland mitwirken. Daraufhin ordnete die Synode der Bischöfe Griechenlands eine Untersuchung an. Ein Bischof der südgriechischen Region Messinien auf der Halbinsel Peloponnes soll sich vor diesem Ausschuss äußern, hieß es. Ferner ermitteln die Kirchenväter gegen den Bischof der Insel Kefallinia im Ionischen Meer, der Medienberichten zufolge Kirchengelder veruntreut haben soll.

Vertrauen verloren

Jüngsten Umfragen zufolge ist das Vertrauen der Griechen in ihre Kirche massiv zurückgegangen. Die Atmosphäre im ganzen Land ist von den Medienberichten beeinflusst. In Funk und Fernsehen waren in den vergangenen Nächten bis spät in die Nacht Mitschnitte aus Gesprächen zwischen Bischöfen und angeblichen Liebhabern gesendet worden. "Sodom und Gomorrha," titelte am Montag die linksliberale Athener Zeitung "Eleftherotypia".

Bereits am Freitag hatte die Führung der orthodoxen Kirche des Landes einen ihrer wichtigsten Bischöfe, Panteleimon von Attika, für sechs Monate vom Dienst suspendiert. Er soll versucht haben, Richter dazu zu bewegen, für ihn günstige Entscheidungen zu treffen und Kirchengelder in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro veruntreut haben. Die Führung der griechischen Justiz hatte daraufhin drei Richter vom Dienst suspendiert und umfangreiche Untersuchungen gegen weitere 28 eingeleitet. Ein Priester war vergangene Woche nach einem Skandal um Antiquitätenschmuggel entlassen worden.

Offenlegung

"Wir fordern alle auf, die Informationen über solche Fälle haben, sie uns vorzulegen," sagte ein Sprecher der Kirche am Montag im Fernsehen. Das Oberhaupt der Kirche, Erzbischof Christodoulos, hatte während der Predigt am Vortag gesagt, dass "dunkle Zentren, die der Kirche schaden wollen", diese Mitschnitte lieferten. Er selbst habe mit den Skandalen nichts zu tun und wolle dazu beitragen, das Ansehen der Kirche wiederherzustellen.

Doch auch Christodoulos gerät zunehmend unter Druck: Medienberichten zufolge soll er vor Jahren bei der Staatsanwaltschaft die Freilassung eines Mannes gefordert haben, der wegen des Besitzes von einem halben Kilo Heroin festgenommen worden war. Außerdem soll er einen Empfehlungsbrief für einen Mann geschrieben haben, der wegen Drogenhandels von Interpol gesucht wird. (APA/dpa)

Andreas Wilhelm
08.02.2005 13:24
Griechenland ist doch EU Mitglied!

Das kommt davon, wenn man Religon mit dem Staatswesen vermischt, dann werdens noch habgieriger! Denn der Klerus war und ist immer die übelste Sorte der Machthaber gewesen, egal ob katholisch oder orthodox.

Mathias
 
08.02.2005 15:28

Laut "Experte" sicher nur ein "dummer Bubenstreich" ...

brummbaer
08.02.2005 07:46
sicher vom haderer gezeichnet und kein foto

Suff Isant
07.02.2005 21:35
weihnachtsfeier....

gibt´s auch bei orthodoxen....
also wo ist da der skandal?

Nichtraucher-Seminar
07.02.2005 20:39
Wen wundert's?

Kirchenmänner sind halt auch nur herkömmliche Menschen.

Der groBe Mann
07.02.2005 19:35
Da ham die Orthodoxen kan Zölibat, und dann DAS!

hadschibradschi
07.02.2005 21:36
Zoelibat

Zu Ihrer Information: nur die unteren Raenge des Klerus ham kan Zoelibat, die oberen ham an.

ja ebenholz
08.02.2005 22:21
Und?

Haben die beiden geheiratet?
Oder hat der Bischof nur zugeschaut, um die gerade stattfindenden Tatsachen kirchenrechtlich zu überprüfen?

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