Querelen um Seebühne und EM-Stadion schaden Image Kärntens

10. Februar 2005, 14:30
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Institut veröffentlicht Umfrage­ergebnisse: 57 Prozent sehen "Schaden für Image des Wirtschafts­standortes" - "No-Future-Klima"

Klagenfurt - 57 Prozent der Kärntner sehen in den "negativen medialen Wellen" rund um die Wörtherseebühne und das geplante EM-Stadion in Klagenfurt einen "generellen Schaden für das Image des Wirtschaftsstandortes Kärnten". Dies geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Klagenfurter Humaninstituts hervor, die auf einem Sample von 690 telefonisch Befragten und 50 persönlichen Gesprächen beruht. Gleich 72 Prozent der Befragten wünschen sich, "dass sich die Politik aus Wirtschaftsprojekten so weit als möglich heraushalten soll".

Frage: "Wie lautet ihre Diagnose über den Wirtschaftsstandort Kärnten?"

Der Leiter des Instituts Franz Witzeling betonte, nachdem die Seriösität der Umfrage angezweifelt wurde, er habe mit Führungskräften aus Klein- und Mittelunternehmen, der Wirtschaftskammer sowie der Niederlassung des Siemens-Konzerns gesprochen. Weitere Interviews seien mit Vertretern der Kärntner Medien und der Kulturszene geführt worden. "Ich habe mit all jenen geredet, die dazu bereit waren", sagte der Institutsleiter. An die Meinungsmacher sei folgende offene Frage gestellt worden: "Wie lautet ihre Diagnose über den Wirtschaftsstandort Kärnten?"

"Inhaltsanalyse"

Nach einer "Inhaltsanalyse" der Antworten habe er vier Sätze zusammengestellt und diesen eine prozentuale Zustimmung beigegeben. Die Aussagen stellen also nicht die dezidierte Meinung der Befragten dar, sondern entspringen einer Analyse des Humaninstitutes.

Zusammenhänge zwischen Pfeifenberger-Rücktritt und Seebühnen-Problemen

Von den befragten Kärntnerinnen und Kärntnern wollen 61 Prozent einen "Zusammenhang zwischen dem Rücktritt von Landesrat Karl Pfeifenberger (F) und den Finanzproblemen der Seebühne" erkennen. Das Humaninstitut erhob in der zwischen dem 2. und 7. Februar durchgeführten Umfrage weiters, wie "Meinungsmacher aus Wirtschaft, Medien und Kultur" den Wirtschaftsstandort Kärnten beurteilen. 78 Prozent der Opinion-Leader bejahten demnach die Aussage, "dass das Wirtschafts-Image Kärntens einen Tiefstand erreicht hat. Kärnten ist ein Wahnsinn, wenn es um professionelle Projektabwicklung geht".

72 Prozent-Zustimmung: "No-Future-Klima in Kärnten"

72 Prozent der Meinungsmacher bejahten folgenden Satz: "Die Kombination von tristen Arbeitsmarkt-Daten und wenig Hoffnung auf Ansiedelung von Betrieben schafft ein No-Future-Klima in Kärnten". Dem Tourismus billigen 67 Prozent zu, "das einzige Wirtschaftsfeld zu sein, wo es noch Hoffnung auf Wirtschaftsentwicklung gibt, wenn alle an einem Strang ziehen würden". (APA/red)

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