Viele österreichische Journalisten arbeiten bereits "bimedial"

16. Februar 2005, 13:43
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48 Prozent publizieren regelmäßig in zwei verschiedenen Medienkanälen - Studie im Auftrag des Kuratoriums für Journalistenausbildung

48 Prozent der in Österreich lokal oder regional tätigen Journalistinnen und Journalisten publizieren ihre Arbeiten bereits regelmäßig in zwei verschiedenen Medienkanälen wie etwa Print und Web. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Salzburger Medienwissenschaftlers Stefan Weber im Auftrag des Kuratoriums für Journalistenausbildung (KfJ), teilte dieses am Montag mit.

Trend zum cross- und multimedialen Journalismus

Die Befragung fand im Rahmen einer Bedarfserhebung für das EU-Projekt "Trimedial" statt, an dem derzeit acht Länder Europas teilnehmen. Ziel des Trimedial-Projekts ist ein europäisches Muster-Weiterbildungsprogramm für den trimedialen Journalismus. Bei einem Treffen von Vertretern von Journalismus-Schulen, Medienakademien und Universitäten der teilnehmenden Länder vor wenigen Tagen in Dortmund wurden erstmals nationale Recherche-Ergebnisse diskutiert, die den Trend zum cross- und multimedialen Journalismus bestätigen. Dieser ist in den einzelnen Staaten indes unterschiedlich schnell auf dem Vormarsch. Bulgarien etwa liege in der Online-Entwicklung deutlich zurück, in Rumänien dagegen scheine "Crossmedialität bereits gelebte Realität zu sein", hieß es. Österreich liege vor Belgien und in etwa gleichauf mit Deutschland.

Weiterbildung im Online-Content-Bereich gefordert

"Die Befragung ergab nicht nur, dass sich die österreichischen Journalistinnen und Journalisten auf Grund dieser Entwicklung vermehrt im Online-Content-Bereich weiterbilden wollen", so KfJ-Geschäftsführer Meinrad Rahofer. "Die heimischen Journalisten wünschen sich auch, über den Tellerrand hinauszublicken und mehr über europäische und internationale Best-practice-Beispiele zu erfahren. Das sehen wir als Auftrag an."

Aufbereitung für Pront- als auch für AV- und Internet-Medien

Ein weiterer Trend sei derzeit vor allem im Bereich der "Freien" zu beobachten, kam in Dortmund zu Tage: Nämlich, dass "immer mehr Freelancer ihre Themen und Stories sowohl für Print- als auch für AV- und Internet-Medien aufbereiten", so Hans Paukens, Direktor der Deutschen Hörfunkakademie (DHA) auf der Dortmunder Tagung. Für das KfJ ergebe sich daraus die Aufgabe, "sich zukünftig noch mehr im Bereich der technischen Skills zu engagieren", betonte Rahofer. (APA)

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