VA-Tech-Übernahme geht ins Finale

7. Februar 2005, 20:06
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Annahmefrist endet am 9. Februar - Deal für Siemens wohl gelaufen

Deal für Siemens wohl gelaufen - Annahmefrist endet am 9. Februar - Siemens gibt Ergebnis am Folgetag bekannt

Wien - In Sachen VA-Tech-Übernahme schlägt für Siemens kommenden Mittwoch die Stunde der Wahrheit. An diesem Tag endet die Annahmefrist für das seit 13. Dezember laufende Angebot des Elektromultis.

Damit der Deal zu Stande kommt, muss Siemens mindestens 90 Prozent des VA-Tech-Aktienkapitals in seinen Besitz bringen. Diese Erfolgslatte hat sich der deutsche Großkonzern beim Nachbessern seines Offerts von 55 auf 65 Euro pro Aktie vor knapp drei Wochen selbst gelegt.

Schreiben an die Aktionäre

Vergangenes Wochenende richtete Siemens ein Schreiben an die VA-Tech-Aktionäre, das in mehreren österreichischen Tageszeitungen inseriert wurde. Dabei wurde nochmals auf die wichtigsten Punkte des mit 20. Jänner geänderten Übernahmeangebots und auf den baldigen Ablauf der Annahmefrist (9. Februar) hingewiesen.

Das Ergebnis gibt die Siemens AG Österreich, über die das Offert läuft, am Donnerstag im Tagesverlauf offiziell bekannt. In Finanzkreisen wird am Erfolg des Angebots nicht gezweifelt, zumal Siemens den Preis um knapp ein Fünftel kräftig aufgestockt hat und damit auch dem Wunsch des Marktes nach mehr Geld nachgekommen ist.

"Siemens zahlt eine ordentliche Prämie", heißt es allgemein. "Die Übernahme sollte gelaufen sein, alles andere wäre eine Riesenüberraschung."

Totalübernahme

Erreicht Siemens die angestrebte 90-Prozent-Schwelle, ist das gleichbedeutend mit der Totalübernahme der VA Tech. Siemens kann den Linzer Anlagenbauer mit seinen weltweit knapp 17.000 Beschäftigten und rund 4 Mrd. Euro Umsatz dann in den eigenen Konzern integrieren und auch von der Börse nehmen, indem der restliche Streubesitz in einem "squeeze-out" zwangsabgefunden und abgespalten wird.

Auf Basis des gebotenen Preises kostet Siemens der geplante Erwerb aller VA-Tech-Aktien rund eine Milliarde Euro. Mit eingerechnet ist dabei das 16,45-Prozent-Paket, das Siemens im November der Investoren-Gruppe um den Industriellen Mirko Kovats abgekauft hat.

Der Deal wäre eine der größten Übernahmen in der österreichischen Industriegeschichte (nach dem Takeover der Austria Tabak durch Gallaher und der BBAG-Gruppe durch Heineken).

Aktienpakete hinterlegt

Die Staatsholding ÖIAG, die ihren VA-Tech-Restanteil für Siemens am 28. Jänner bereits hinterlegt und das laufende Angebot damit angenommen hat, kann beim Verkauf ihrer 14,69 Prozent mit einem Privatisierungserlös von rund 146 Mio. Euro rechnen. Die ausländischen Großaktionäre Fidelity und Eureka, die jeweils mehr als 5 Prozent hielten, haben ihre Pakete vergangene Woche veräußert. (APA)

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