Online-Werbebranche "problemlos zu Durchschauen"

26. September 2007, 16:44
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Peter Drobil, Werbeleiter der Bank Austria Creditanstalt, über Mehrwert, Schnelllebigkeit und Frequency Capping

etat.at: Welchen Stellenwert hat Online-Werbung in Ihrem Unternehmen? Und welche Ziele verfolgen Sie damit (Branding, Adressen generieren ...)?

Drobil: Online-Werbung ist in der Bank Austria Creditanstalt seit langem fix integrierter Bestandteil im Mediamix. Wir sind mit innovativen Werbemitteln stets am Puls der Zeit. Dabei wird die durchgängige Werbelinie vom Leadsujet zum Werbemittel im Internet stets fortgesetzt.

Die Ziele unserer Online-Kamapgnen liegen aufgrund zumeist nicht online absetzbarer Produkte primär in der Unterstützung der klassischen Kampagne. Die Produktinformationen auf den Webseiten der ba-ca.com sollen den Produktverkauf am POS unterstützen. Auch die Schaffung eines Online-Brands mit der ba-ca.com war uns ein wichtiges Anliegen.

etat.at: Zu den Spendings - wieviel gibt Ihr Unternehmen für Online-Werbung aus (im Vergleich zum Werbebudget generell)?

Drobil: Je Schwerpunkt unterschiedlich zwischen drei und 100 Prozent je nach Zielgruppe, Kamapagnenziel und Anwendbarkeit des Sujets.

etat.at: Was war ihr bisher größter Erfolg mit Online-Werbung?

Drobil: Was wären die großen Erfolge ohne die kleinen...: jede neue Internet-Werbung!

etat.at: Fühlen Sie sich von den Möglichkeiten der Online-Werbung genügend informiert?

Drobil: Wir haben keine Problem an aktuelle Informationen heranzukommen: von "unserer" Mediaagentur Mediacom, dem Internet und der Community selbst ...

etat.at: Online-Werbung erreicht in Österreich ca. 1,1 Prozent der Werbespendings, hat jedoch eine Reichweite von mehr als 60 Prozent. Wie erklären Sie sich diese Diskrepanz?

Drobil: Aus meiner Sicht ist die Messlatte nicht passend! Die Möglichkeiten der Onlinewerbung vom Targeting zur Interaktion bis zum Produktverkauf sind in anderen Medien so nicht vorhanden. Der Mehrwert wird noch verkannt, da er nicht 1:1 mit klassischen Medien vergleichbar.

etat.at: Was fehlt der Online-Werbung, um im Media-Mix den Stellenwert zu erhalten, der ihr - reichweitenmäßig - zustehen würde? Warum zögern Unternehmen noch immer, in Online-Werbung zu investieren?

Drobil: Durch die Schnelllebigkeit des Mediums und der angebotenen Optionen zur Werbung muss man doch (noch) tief verwurzelt sein um bei den Weiterentwicklungen am Puls zu bleiben. Dies ist bei vielen Werbern, Marketing- aber auch Mediaverantwortlichen noch nicht gegeben.

etat.at: Wie stellt sich die Online-Werbebranche für Sie da (chaotisch, organisiert...)?

Drobil: Eigentlich problemlos zu Durchschauen - zumindest für Experten :-)

etat.at: Welche Online-Werbeform ist Ihnen als privater Internetuser am sympathischsten? Und welche stört Sie in Ihrem Nutzerverhalten am meisten?

Drobil: Ich mag innovative Werbemittel welche die technischen Möglichkeiten ausreizen. Stören? So lange die angebotenen Contents gut und for free sind, eigentlich kaum welche. Außer es ist kein Frequency Capping aktiviert und man sieht die selbe Werbung immer und immer wieder ... (ae)

Zur Person

Peter Drobil - Group Marketing & Communications - ist für Werbung/Umsetzung der Bank Austria Creditanstalt verantwortlich

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    foto: mediendienst
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