Regi macht sich vom Acker

17. Februar 2005, 20:17
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Vorzeitige Vertragsauflösung in Bregenz - Roland Kornexl Nachfolger

Bregenz - Regi van Acker ist nicht mehr Trainer des österreichischen Fußball-Bundesligisten SW Bregenz. Der Belgier und Klub-Boss Hans Grill verständigten sich am Montag auf eine vorzeitige Auflösung des bis Saisonende laufenden Vertrages, womit der vierte Betreuer-Wechsel in der laufenden Saison perfekt wurde. Die Nachfolge übernimmt vorläufig bis Juni der bisherige Assistenz-Coach Roland Kornexl.

Van Acker hatte sein Amt am 2. Oktober 2002 angetreten, in der damaligen Saison den Klassenerhalt geschafft und im darauf folgenden Spieljahr Rang fünf erreicht. Derzeit liegen die Vorarlberger aber am Tabellenende.

Seit der Rückkehr aus dem Trainingslager auf Zypern am vergangenen Montag hatte van Acker keine Übungseinheit mehr geleitet, zum Testspiel am Sonntag gegen FC Zürich fuhr er erst gar nicht mit. So entstand eine für den Verein untragbare Situation, die nun beendet wurde. Auf welche Art und Weise, darüber gab es verschiedene Versionen.

Finanzielle Probleme als Auslöser

Laut Grill teilte ihm der Belgier am Montagvormittag trotz dessen in den vergangenen Tagen mehrmals geäußerten Rücktrittsabsichten mit, dass er nun doch beim Verein bleiben wolle. Dies kam für Grill aber auf Grund der jüngsten Vorfälle nicht in Frage. Van Acker wiederum bestritt seinen Meinungsumschwung und betonte lediglich, er wolle keinen Krieg mit SW Bregenz. Über Gründe für seine Vorgehensweise schwieg sich der Trainer aus, immerhin räumte er aber ein, dass die finanziellen Probleme beim Ländle-Verein "ein bisschen" zu seinem Abgang beigetragen hätten.

Als Höhepunkte seiner Bregenz-Zeit nannte der Coach den in der Saison 2002/03 durch ein 2:0 beim damaligen Meister Austria in der letzten Runde geschafften Klassenerhalt sowie Platz fünf in der Endtabelle 2003/04. "In dieser Saison war es schwierig, weil viele Spieler gegangen sind und viele Neue erst integriert werden mussten", sagte van Acker, dessen Elf in den ersten sechs Runden im vergangenen Sommer nur einen Punkt holte, dann aber schön langsam den Anschluss an Platz neun (derzeit drei Punkte hinter Sturm und Salzburg) schaffte.

Zukunft in Österreich?

Der 49-Jährige kehrt nun in seine Heimat zurück und wartet auf Angebote. Eine neuerliches Engagement in Österreich ist für den Belgier aber denkbar. "Warum nicht? Ich habe mich in diesem Land sehr wohl gefühlt und kenne mittlerweile auch den österreichischen Fußball."

Für die Bregenzer war die Trainer-Entlassung am Montag nur ein Punkt auf der stressigen Tagesordnung. Schon zuvor hatte es Aufregung um einen "Spiegel"-Artikel gegeben, in dem der deutsche "Skandal-Schiedsrichter" Robert Hoyzer eine Verstrickung der Bregenzer in den Wettskandal andeutete. Van Acker verteidigte in diesem Punkt seine nunmehrigen Ex-Schützlinge: "Ich denke nicht, dass Spieler von uns verwickelt sind."

Bisher hatten im laufenden Spieljahr die Admira (Dominik Thalhammer für Bernd Krauss), SV Mattersburg (Franz Lederer für Muhsin Ertugral) und Wacker Tirol (Stanislaw Tschertschessow für Helmut Kraft) ihre Coaches ausgetauscht.(APA)

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    van Acker lässt es bleiben.

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