Dorfmeister vierte ÖSV-Starterin im Riesentorlauf

8. Februar 2005, 10:13
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Am Dienstag auch dabei: Schild, Hosp und Görgl. Die Favoritinnen heißen aber anders, zum Beispiel Maze, Poutiainen, Pärson oder Kostelic

Santa Caterina - Frühschicht am Faschingsdienstag! Unter diesem Motto geht der Damen-WM-Riesentorlauf in Santa Caterina in Szene. War es in der ersten WM-Woche frühestens zu Mittag los gegangen, müssen die Fahrerinnen am Dienstag bereits um 9.30 Uhr zum ersten Durchgang antreten. Für das ÖSV-Quartett Marlies Schild, Nicole Hosp, Elisabeth Görgl und die erst am Montag nominierte Michaela Dorfmeister spricht, dass es im Gegensatz zu den Speed-Damen nicht mit der Favoritenbürde ins Rennen geht. Die gehört Tina Maze, Tanja Poutiainen, Anja Pärson und Janica Kostelic.

Und im ÖSV-Team am meisten natürlich Schild, hat die Salzburgerin doch am Semmering für den einzigen ÖSV-Saisonsieg in dieser Disziplin gesorgt. Schild ist sich bewusst, dass sie die größte heimische Hoffnungsträgerin ist. "Aber ich lass mich nicht verrückt machen. Ich habe nach Kombi-Bronze ein wirklich gutes Gefühl, mach mir keinen Druck. Auch wenn bei einer WM nur die Medaillen zählen, ich werde versuchen cool zu bleiben. Wenn ich zusammen bringe was ich kann, schaut es gut aus", sagte sie.

Damenchef Herbert Mandl äußerte nach der matten ersten WM-Woche mit zwei Bronze-Medaillen Zweckoptimismus. "Wir waren Favoriten, hatten aber viel Pech. Im Riesentorlauf sind wir keine Favoriten, vielleicht kommt deshalb das bisher fehlende Quäntchen Glück zurück." Auch ein anderer Umstand nimmt Druck von seinen Mädchen, gehen doch alle vier etwas angeschlagen in den vierten WM-Bewerb.

Schild klagte nach dem Kombi-Marathon über ein geschwollenes Knie, Hosp musste wegen ihrer Verletzungen und einer starken Gruppe sogar die Kombi auslassen. "Ein bissl verkühlt bin ich noch immer, auch der Ellbogen tut noch weh", gestand die Tirolerin am Montag, gab sich aber zuversichtlich. "Der Hang wurde gefräst, ist also nicht mehr so glatt, sondern griffiger. Bei einer WM gibt es eh nur Vollgas und das werde ich geben. Ich hab die Top Drei als Ziel!"

Zuversichtlich gab sich auch Görgl, deren Beinverletzung offenbar endgültig Schnee von gestern ist. "Das ist super, auch für mein Selbstvertrauen", zeigte sich die Steirerin, Österreichs Nummer eins in der RTL-Weltrangliste, von der schnellen Genesung selbst überrascht. "Natürlich will auch ich in die Top Drei. Aber in erster Linie will ich so Skifahren wie ich es kann. Ich will am Dienstag die beste Lizz Görgl sein, die es an diesem Tag geben kann."

Als Letzte wurde Dorfmeister nominiert und auch die Niederösterreicherin ist angeschlagen. Eine Beule am Bein, ein Schleudertrauma, blaue Flecken und eine fast schlaflose Nacht waren die Folgen des schweren Abfahrts-Sturzes am Sonntag. Trotzdem gab Mandl ihr den Vorzug gegenüber Michaela Kirchgasser, "weil sie von der Konstanz der Ergebnisse und der Routine her Vorteile hat."

Dorfmeister kommt somit nach dem Doppel-Aus in Super G und Abfahrt also doch noch zur Chance, als erste Frau seit 1960 bei vier Weltmeisterschaften in Folge eine Medaille zu gewinnen. "Ich hätte aber nicht gedacht, dass das im Riesentorlauf sein würde", schmunzelte sie. Und wird versuchen, bis zum Start einen Zwiespalt zu lösen. Zu versuchen, das Vertrauen der Trainer mit aller Gewalt zu rechtfertigen, "wäre wohl falsch. Besser ist, konzentriert Ski zu fahren." (APA)

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    Das versammelte RTL-Damen-Team.

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