Eiweiße in der Waagschale

14. Februar 2005, 12:29
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Das Gewicht sagt fast alles: Wollen Forscher wissen, welche Proteine in einer Zelle stecken, versuchen sie, ihre Masse zu bestimmen. Dazu wird die Probe in einem mehrstufigen Verfahren vorbereitet und dann durch ein Massenspektrometer gejagt. Diese Apparate können kleinste Molekülmengen analysieren und werden etwa bei der Suche nach Doping-substanzen im Blut von Sportlern, bei Lebensmittelanalysen und Schadstoffuntersuchungen verwendet.

Ist das Gewicht der Proteine bestimmt, suchen die Forscher in den DNA-Datenbanken nach Genen, die für die Herstellung eines Proteins mit genau diesem Gewicht verantwortlich sein können. Daraus lassen sich wiederum Rückschlüsse auf die Struktur des Proteins ziehen. Das ist auch der Grund, warum diese Technologie erst in den vergangenen fünf Jahren, also seit der vollständigen Entschlüsselung des menschlichen Genoms, in großem Maßstab angewendet wird.

Entwickelt wurde diese Technik schon in den 1980er-Jahren. Für ihre Weiterentwicklung der Methode wurden der US-Amerikaner John Fenn und der Japaner Koichi Tanaka 2002 mit dem Chemienobelpreis ausgezeichnet. Mittlerweile wird diese Technologie rasant weiterentwickelt. (derk/DER STANDARD, Printausgabe, 7. 2.2005)

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