Grüne: Gesamtschule und Ende des Poly

25. Oktober 2006, 14:05
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Die Grünen wünschen sich vor allem das End der Trennung in AHS-Unterstufe und Hauptschule

Für tief greifende Änderungen in der Schulorganisation plädieren die Grünen. Statt der Trennung in AHS-Unterstufe und Hauptschule nach einer vierjährigen Volksschule wollen sie, dass die Kinder die ersten neun Jahre lang gemeinsam unterrichtet werden. Aufgelöst und in die "normalen" Schulen integriert werden sollen die Sonderschulen. Konsequenz dieses Vorschlags: Die Polytechnische Schule würde wegfallen, der Hauptschul-Abschluss daher ein Jahr später als bisher erfolgen. Als Ausgleich soll in der neunten Schulstufe Berufsorientierung stattfinden, so Bildungssprecher Dieter Brosz gegenüber der APA.

Das Schulsystem nach diesen ersten neun Schulstufen wollen die Grünen dagegen in den Grundzügen unverändert lassen. Auf Grund des zusätzlichen neunten Schuljahrs in der gemeinsamen Schule würden die berufsbildenden höheren Schulen (BHS) nur mehr vier statt wie bisher fünf Jahre dauern. Ermöglicht würde dies dadurch, dass allgemeine Fächer wie etwa Sprachen schon verstärkt vorher - also etwa im neunten gemeinsamen Schuljahr - unterrichtet werden. Die AHS-Oberstufe würde dann nur mehr drei Jahre dauern - zusammen mit den neun Jahren gemeinsame Schule käme man damit nach wie vor auf eine zwölfjährige Schuldauer.

Aufweichen wollen die Grünen die scharfe Grenze zwischen den allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) und den BHS: So solle einerseits an den AHS mehr Berufsorientierung stattfinden, andererseits an den BHS mehr allgemeinbildende Elemente angeboten werden, meinte Brosz. Der Unterricht soll dabei nicht mehr starr nach Klassen, sondern in einem Kurssystem erfolgen.

Keine Veränderungen planen die Grünen bei den berufsbildenden mittleren Schulen (BMS) und vorläufig bei den Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik. Letztere würden als fünfjährige BHS ganz gut funktionieren - trotzdem sollte auch Österreich in Zukunft dazu übergehen, wie alle anderen europäischen Länder seine Kindergärtner und Kindergärtnerinnen universitär ausbilden.

Grundsätzlich beibehalten werden soll laut Brosz auch das duale System der Lehrlingsausbildung und die Berufsschulen. Allerdings stelle sich die Frage, ob der schulische Anteil bei der Lehrlingsausbildung im Vergleich zum betrieblichen Teil nicht ausgebaut werden müsse. Wenn man sich die einzelnen Lehrberufe ansehe, stelle man bald fest, dass die technologischen Anforderungen immer mehr ansteigen würden: Ein Automechaniker schraube heute weniger am Fahrzeug herum - "der hängt das Auto einmal an den Computer". (APA)

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