Opposition ruft zu Streik auf

11. Februar 2005, 11:02
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Regierung droht mit Härte - Annan kritisiert Machtübertragung an Präsidentensohn

Lomé/New York - Nach der staatsstreichartigen Machtübernahme des neuen togolesischen Präsidenten Faure Gnassingbé hat die Opposition des westafrikanischen Landes zu einem zweitägigen Streik aufgerufen. Unter dem Motto "Togo - ein totes Land" sollten alle Bürger zwei Tage lang zu Hause bleiben, um "ihre Ablehnung des Militärputsches auszudrücken", heißt es in einem am Montag in Lomé veröffentlichten Aufruf. Die verfassungsmäßige Ordnung müsse unverzüglich wiederhergestellt werden.

Die togolesische Regierung drohte den Oppositionellen mit Härte. Die Sicherheitskräfte würden in den kommenden Tagen "ganz besonders wachsam" sein, sagte Innenminister François Akila Esso Boko in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP. "Die Opposition handelt unverantwortlich, wir glauben, dass dieser Aufruf den Anstand verletzt."

Annan besorgt

UNO-Generalsekretär Kofi Annan zeigte sich unterdessen besorgt über die Umstände des Machtwechsels nach dem Tod des langjährigen Machthabers Gnassingbé Eyadéma. Die Übergabe der Staatsgeschäfte an den Sohn des versorbenen Präsidenten sei "nicht mit vollem Respekt für die Vorgaben der Verfassung" vonstatten gegangen, erklärte Annans Sprecher in New York. Annan betone die Wichtigkeit der verfassungsrechtlichen Ordnung.

Laut Verfassung hätte Parlamentspräsident Fambaré Natchaba Ouattara die Amtsgeschäfte des verstorbenen Präsidenten übernehmen müssen. Sodann hätte binnen 60 Tagen eine Präsidentschaftswahl organisiert werden müssen. (APA/AFP)

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    Oppositionsführer Gilchrist Olympio lebt seit 1999 in Paris.

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