Chronologie: Geiselnahmen in Auslandsvertretungen in der Schweiz

8. Februar 2005, 15:39
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Der Überfall auf spanisches Konsulat ist kein Einzelfall

Bern- Die Geiselnahme im spanischen Konsulat in Bern ist nicht die erste derartige Aktion in einer ausländischen Vertretung in der Schweiz:

Am 16. Februar 1999 besetzten Kurden im Zuge ihrer weltweiten Protestaktionen gegen die Festnahme von PKK-Chef Öcalan in Kenia die griechische Botschaft in Bern, das Konsulat in Zürich sowie UNO-Gebäude und die SP-Zentrale in Genf. In Zürich nahmen sie zwei Geiseln. Am 17. wurden die Protestaktionen friedlich beendet.

Am 14. Dezember 1988 besetzten sechs unbewaffnete iranische Regimegegner das iranische Konsulat in Genf und hielten vier Personen als Geiseln fest. Sie wurden nach einigen Stunden von der Polizei überwältigt. Sie hatten Dokumente gefunden, welche den iranischen Generalkonsul belasteten, in der Schweiz Exiliraner zu bespitzeln.

Am 12. Juli 1988 besetzten 25 Kurden das Honorarkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Basel und nahmen zwei Geiseln. Sie forderten die Freilassung von 14 in Deutschland inhaftierten kurdischen Gesinnungsgenossen. Ein Polizeigrenadiereinsatz bereitete der Besetzung ein Ende. Schon im Mai hatten Kurden die Konsulate Schwedens in Basel und Genf besetzt.

Am 6. September 1982 überfiel ein bewaffnetes Kommando die polnische Botschaft in Bern, nahm 13 Personen als Geiseln und forderte unter anderem die Freilassung aller politischen Gefangenen in Polen, andernfalls werde das Botschaftsgebäude gesprengt.

Der zuständige Minister (Bundesrat) Kurt Furgler berief den Sonderstab Geiselnahme ein. Als Vermittler wurde der polnische Wissenschafter und Dominikanerpater Joseph Bochenski eingesetzt.

Nachdem die Geiselnehmer die meisten Geiseln freigelassen hatten, stürmte eine Eliteeinheit der Stadtpolizei Bern am 9. September die Botschaft. Sie hatte zuvor die Geiselnehmer mit einer Tränengas-Blendgranate, die in einer Nahrungsmittel-Kiste versteckt war, außer Gefecht gesetzt. Die restlichen fünf Geiseln wurden befreit, die vier Geiselnehmer überwältigt und später zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.

Am 14. Februar 1955 überfielen sechs bewaffnete Exilrumänen die Gesandtschaft Rumäniens in Bern und nahmen mehrere Personen als Geiseln. Sie forderten unter anderem die Freilassung politischer Gefangener in Rumänien. Nach 48-stündiger Belagerung durch Polizei und Armee gaben die Besetzer auf. (APA/sda)

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