300.000 Fans feiern Bob Marleys 60. Geburtstag

11. Februar 2005, 14:19
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Freiluftkonzert in äthiopischer Hauptstadt - Einmonatiges Musikfestival zu Ehren des Reggae-Musikers

Addis Abeba - Mit einem gigantischen Reggae-Freiluftkonzert haben nach Polizei-Schätzungen zwischen 300.000 und 350.000 Menschen am Sonntag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ihres 1981 im Alter von 36 Jahren an Krebs verstorbenen Idols Bob Marley gedacht, der an diesem Tag 60 Jahre alt geworden wäre. Auf dem zentralen Meskel-Platz, der in den Farben rot, grün und gelb leuchtete, tanzten und sangen Fans mit Rastalocken, Schaulustige und Rastafaris unter gleißender Sonne zu Klassikern wie "I can see clearly now" oder "The Harder They Come".

Marleys Mutter gerührt

"Ich hätte nie gedacht, dass ich lange genug leben würde, um diesen Tag noch zu erleben", sagte Marleys 80 Jahre alte Mutter Cedella. "Wie ich sehe, ist Bob Marley immer noch der Star der Show", fügte die im Rollstuhl sitzende alte Dame hinzu. Als Rita Marley, die Witwe des Reggae-Stars, gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern auf die Bühne trat, entzündeten die Zuschauer Fackeln aus Zeitungspapier. Rita sang mit der früheren Background-Gruppe ihres verstorbenen Mannes, den I-Threes, einige der größten Hits des Musikers, der mit Liedern wie "Exodus", "Buffalo Soldier" und "No Woman No Cry" Weltruhm erlangte.

An dem Konzert mit dem Motto "Geeintes Afrika" nahm unter anderem die Sängerin Angélique Kidjo aus Benin teil; seine Teilnahme wieder abgesagt hatte dagegen der Senegalese Youssou N'dour. Äthiopien gilt als Wiege der Rastafari-Bewegung. Diese beschwört eine Rückkehr der Nachkommen der Sklaven nach Afrika und verehrt den verstorbenen äthiopischen Kaiser Haile SelassieI. als Befreier.

"Dies ist ein Symbol des Zusammenseins ohne Vorurteile gegen Farbe oder Volkszugehörigkeit"

"Dies ist ein Symbol des Zusammenseins ohne Vorurteile gegen Farbe oder Volkszugehörigkeit", sagte der 35-jährige Äthiopier Mesfine Adera, der mit seiner kleinen Tochter zu dem Konzert gekommen war. Der Erfolg der Veranstaltung zeige, dass die "geistige Versklavung" im Verschwinden begriffen sei, sagte die Rastafari-Priesterin Jah Evejah. Die 21-jährige Lililita Johnson aus Florida wünschte sich, dass Marley hätte dabei sein können, um zu sehen, dass "sein Traum von einem geeinten Afrika hier Wurzeln schlägt".

Die Feierlichkeiten zu Marleys 60. Geburtstag hatten bereits am Dienstagabend begonnen. Es war das erste Mal, dass auf Wunsch der Familie Geburtstagsfeiern für den verstorbenen Reggaesänger nicht in dessen Heimat Jamaika stattfanden. Das Musikfestival zu Ehren des Reggae-Musikers soll einen Monat lang dauern. Es steht unter dem Motto "Africa Unite" - dem Titel eines bekannten Marley-Songs. In einem kleinen Dorf 250 Kilometer südlich von Addis Abeba lebt noch heute eine kleine internationale Rastafari-Gemeinschaft. (APA)

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