"Bühnenerlebnis für geschärfte Sinne"

14. Februar 2005, 21:14
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Theaterfestival: Gehörlose und hörende Künstler aus neun Ländern

Wien - "Die Verantwortung des Künstlers gegenüber der Gesellschaft" heißt das Motto des 6. Europäischen und Internationalen ARBOS Gehörlosentheaterfestivals, das vom 11. bis zum 19. März in Wien und in weiteren österreichischen Städten stattfindet. Sowohl hörende als auch gehörlose professionelle Schauspieler aus insgesamt neun Ländern werden versuchen "Einblicke in ein außergewöhnliches Genre des zeitgenössischen Theaters" zu geben, so die Veranstalter. Österreich ist durch die Gruppe ARBOS selbst, sowie durch die niederösterreichische Theatergruppe ACCUS vertreten.

Die Festivaleröffnung erfolgt am Freitag den 11. März um 18 Uhr im Theater des Augenblicks in Wien, wo auch die meisten Aufführungen des Festivals stattfinden. Weitere Schauplätze sind Wiener Neustadt, Amstetten, St. Pölten, Salzburg, Linz und Graz. Gespielt wird für gehörloses und hörendes Publikum, das so die "poetische Weiterentwicklung" der Gebärdensprache und ein "Bühnenerlebnis für geschärfte Sinne" erleben kann.

Internationale Künstler und Workshops

Die Künstler kommen neben Österreich auch aus den USA, Singapur, Großbritannien, Slowenien, Island, Tschechien, Polen und Irland. Das breit gefächerte Programm führt von Dzevad Karahasans Hölderlin-Bearbeitung "Der Tod des Empedokles" über "Das Interview", die Uraufführung eines Stückes von Laela Margret durch eine isländische Gruppe, bis zum Kindertheaterprogramm "Ich sehe was, was du nicht siehst" von Herbert Gantschacher, das von TEATR 3 Szczecin (Polen) auf die Bühne gebracht wird.

Jeweils vormittags um 11 Uhr werden Workshops angeboten, eine Stunde vor Vorstellungsbeginn gibt es täglich Präsentationen mit Videoclips, bei denen auch die Situation der gehörlosen Künstler in den am Festival teilnehmenden Ländern thematisiert wird. (APA)

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