Schon doppelt so viele Lawinentote wie 2003/04

8. Februar 2005, 19:31
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Skilehrer in Saalbach vermisst - ein Toter bei Lawinenabgang am Breitkopf

Wien - Ein alarmierendes Hoch hat die Lawinenunfallstatistik erreicht: In der heurigen Saison starben seit 1. November bisher bereits 16 Menschen in den Schneemassen. Das sind doppelt so viele Opfer wie in der gesamten Saison 2003/2004. 24 Menschen wurden verletzt, vier Personen gelten als vermisst.

Skilehrer wird in Saalbach vermisst

Seit Dienstag läuft in Saalbach-Hinterglemm (Pinzgau) eine Suchaktion nach einem vermissten Wiener Skilehrer. Bergrettungsleute, Suchhunde und Hubschrauber kämmen das Gelände nach dem Abgängigen ab, teilte die Gendarmerie mit. Der Mann war in der Früh nicht zu seinem Dienst erschienen. Der Skilehrer dürfte in einem Waldgebiet auf dem Schattberg unterwegs gewesen sein - die Suche gestaltete sich schwierig. Wie Recherchen ergaben, soll der Mann zuletzt am Montag die Seilbahn auf den Schattberg benutzt haben.

Entspannung in Tirol

Am Dienstag hat sich auch die Lawinengefahr in Tirol entspannt. Auf der fünfteiligen Gefahrenskala wurde der Wert "2" ausgegeben. Oberhalb von 2.000 Metern bestand allerdings weiter "zum Teil noch erhebliche Lawinengefahr". Im steirischen Oberland blieb am Dienstag die Lawinenwarnstufe 3: "erhebliche Gefahr" aufrecht.

Tödliches Unglück am Breitkopf

Bei einem Lawinenunglück am hohen Breitkopf in Pinzgau kam am Montag ein 68-jähriger Tourengeher aus Mittersill ums Leben. Der Mann konnte zwar noch reanimiert werden, starb aber am Nachmittag im Landeskrankenhaus Salzburg.

Gegen 11.40 Uhr hatte sich von einem Bergrücken des 2.470 Meter hohen Breitkopfes oberhalb einer fünfköpfigen Gruppe das Schneebrett gelöst. Zwei Mitglieder der Gruppe wurden rund 70 Meter mitgerissen. Der 68-Jährige wurde unter den Schneemassen begraben, eine 43-jährige Tourengeherin aus Bramberg blieb an der Oberfläche der Lawine und kam dort schwer verletzt zu liegen. Die übrigen Skitourengeher hatten über Handy die Rettungsmannschaften alarmiert und sich am Rettungseinsatz beteiligt.

16-Jähriger tot gefunden

Nur mehr tot geborgen werden konnte jener 16-jähriger Schüler aus Werfen, der Sonntag Abend im Gemeindegebiet von Werfenweng (Pongau) vermisst war. Der Jugendliche wurde am Montag um 9.00 Uhr von der Suchmannschaft unterhalb einer Fichte und völlig von Schnee bedeckt gefunden. Der 16-Jährige dürfte mit seinen Kurzskiern gestürzt und kopfüber im tiefen Lockerschnee zum Liegen gekommen sein. Er konnte sich offensichtlich nicht mehr selbstständig aus dieser Lage befreien. Für den Jugendlichen konnte kam jede Hilfe zu spät.

Siebenjähriger erstickt

Besonders tragisch ist auch der Unfall eines siebenjährigen Buben. Er fiel aus einem Lift heraus und stürzte am Weg zurück zur Talstation so unglücklich in den Tiefschnee, dass er sich nicht mehr befreien konnte und erstickte. Beim Sturz brach das Kind in einen durch einen eingeschneiten Nadelbaum im Schnee entstandenen Hohlraum und blieb dort mit dem Kopf nach unten hängen. Die von den Eltern und einer Aufsichtsperson eingeleitete Suche nach dem vermissten Buben verlief vorerst erfolglos. Schließlich wurde der Bub von einem Liftbediensteten gefunden. Ein Notarzt versuchte das Kind zu reanimieren, blieb jedoch erfolglos.

Weitere Lawinenabgänge

Bei mehreren Lawinenabgängen in Tirol kamen am Sonntag eine Oberösterreicherin, ein Italiener und ein Deutscher ums Leben. Zahlreiche weitere verschüttete Wintersportler kamen großteils mit dem Schrecken davon. In der Steiermark konnte ein verschütteter Tourengeher nach über einer Stunde geborgen werden, nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus verstarb der aus Köflach stammende Mann aber. (APA)

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    Erschreckende Opferbilanz nach Lawinenabgängen

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