Patriots sind und bleiben die Chefs

18. Februar 2005, 16:20
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In einem spannenden aber nicht unbedingt hochklassigen Titelmatch besiegte New England die Philadelphia Eagles 24:21

Jacksonville/Florida - Nach dem dritten Super-Bowl-Erfolg der New England Patriots in vier Jahren ist Trainer Bill Belichick ins Schwärmen geraten. "Dieser Sieg ist unglaublich, meine Spieler haben ihn einfach verdient. Sie sind das beste Team", sagte der Headcoach des Titelverteidigers aus Boston nach dem 24:21 (0:0,7:7,7:7,10:7)-Erfolg über Außenseiter Philadelphia Eagles im 39. Endspiel der National Football League (NFL) am Sonntag im Alltel Stadium von Jacksonville/Florida.

New England ist erst das siebente Team, dass die erfolgreiche Titelverteidigung schaffte. Zuletzt hielten die Denver Broncos in den Jahren 1998/99 zwei Mal en suite die Vince-Lombardi-Trophy in Händen. "Wir lieben es, für unsere Fans zu gewinnen. Wir genießen eine unglaubliche Unterstützung", sagte Verteidiger Rodney Harrison. 78.125 Zuschauer, darunter die früheren US-Präsidenten George Bush senior und Bill Clinton sowie die Schwimm-Stars Ian Thorpe (AUS) und Michael Phelps (USA), sahen trotz aller Lobeshymnen auf die Sieger eine zwar spannende, aber keineswegs hochklassige Partie.

Die Patriots waren cleverer und begingen weniger Fehler. "Ballverluste bringen dich um, für uns waren sie heute besonders schmerzlich", sagte Eagles-Quarterback Donovan McNabb. Der 28-Jährige sorgte für drei Touchdown-Pässe und 357 Yards Raumgewinn und lieferte damit eine Vorstellung, die in der Super-Bowl-Geschichte nur zwei Mal überboten worden ist.

Doch mit drei Fehlpässen machte McNabb seine Leistung selbst zur Makulatur. Auf der anderen Seite geriet der Patriots-Angriff durch Fouls immer wieder in Schwierigkeiten. So wurde es trotz der zwischenzeitlichen 24:14-Führung am Ende dramatisch. "Uns ist die Zeit weggelaufen", analysierte Terrell Owens. Der Star-Passempfänger der Eagles, der sechs Wochen nach einer Sprunggelenkverletzung und einem Schienbeinbruch sein Comeback feierte, spielte trotz einiger guter Szenen und 122 Yards Raumgewinn keine herausragende Rolle.

Schon vor der Pause leisteten sich beide Teams drei Ballverluste und ein halbes Dutzend Fouls, nach der Halbzeitshow mit Ex-Beatles-Star Paul McCartney ging das Fehlerfestival weiter. Mitte des Schlussabschnitts setzten sich die Patriots vorentscheidend ab. 108 Sekunden vor dem Ende gelang den Eagles der Anschluss, drei Sekunden vor Schluss wurde der letzte Pass von Philadelphias Spielmacher McNabb abgefangen.

Zum wertvollsten Spieler wurde "Pats"-Passempfänger Deion Branch gewählt (elf gefangene Pässe bedeuten Einstellung des Super-Bowl-Rekordes), bei den New-England-Erfolgen 2004 und 2002 war es Tom Brady gewesen. Daneben überragte am Sonntag die Abwehr, angeführt von Rodney Harrison, Tedy Bruschi und Mike Vrabel, der sogar einen Touchdown-Pass des 27-jährigen Quarterbacks Brady abfing. "Es klingt wie ein Klischee, aber wir sind nur ein Team. Wenn ihr Medienleute uns sagt, wir sind großartig, dann nehmen wir das als Kompliment, aber wir haben hart dafür gearbeitet", sagte Brady, der zwei Touchdowns warf und seinen Postseason-Rekord auf 9:0-Siege erhöhte.

McCartney lieferte eine pannenfreie Halbzeitshow ab, nach Ausziehen seines Jacketts trug er immer noch ein langärmeliges rotes Shirt am Körper. Der 62-jährige Rock-Veteran bot den 90 Millionen Fernsehzusehern Songs wie "Drive My Car" als ideale Ergänzung zu den vielen Auto-Werbespots und "Hey Jude". Auch bei der Show vor dem Finale benahmen sich die Stars artig, Alicia Keys sang "America The Beautiful" - im Video-Duett mit dem im vergangenen Jahr verstorbenen Ray Charles. Auftritte hatten weiters die Black Eyed Peas und Country-Star Gretchen Wilson. Ihr Gitarrist hatte einen strategischen Riss in seiner Jeans. Aber das reichte nicht für einen Skandal um eine "Garderoben-Panne" wie im Vorjahr.

Boston gilt jetzt als Hauptstadt des US-Sports. Wie die Patriots als alter und neuer NFL-Champion sind auch die Red Sox dort zu Hause. Die "Rotsocken" holten im Oktober in der Major League Baseball zum ersten Mal seit 86 Jahren den Titel. Im eher provinziellen Jacksonville machten etwa 20.000 Patriot-Fans die Nacht zum Tage. Nach der Heimkehr wurden am Montagabend in Boston Hunderttausende zur traditionellen Siegesparade erwartet.(APA/Reuters/dpa/AP)

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