36 Tote bei Angriff auf Polizeistation

7. Februar 2005, 13:51
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Darunter 22 Polizisten und Soldaten - "Letzte Warnung" von Entführern italienischer Journalistin

Bagdad - Nach mehreren kleineren Anschlägen haben "Aufständische" am Sonntagabend ein neues Blutbad veranstaltet. Sie überfielen nach Einbruch der Dunkelheit eine Polizeistation südlich von Bagdad und lieferten sich anschließend ein einstündiges Feuergefecht mit den Sicherheitskräften. Dabei wurden nach Polizeiangaben 22 Polizisten und Soldaten sowie 14 Angreifer getötet. Unterdessen stellten die mutmaßlichen Entführer der italienischen Journalistin Giuliana Sgrena ein nach eigener Darstellung letztes Ultimatum.

Der Angriff auf die Polizeistation ereignete sich in Mahawil, rund 80 Kilometer südlich von Bagdad. Die "Aufständischen" hätten automatische Waffen und Mörsergranaten eingesetzt, sagte ein Polizeisprecher. Getötet worden seien 17 Polizisten und fünf Nationalgardisten. Außerdem habe es 18 Verletzte gegeben. Im Norden der irakischen Hauptstadt war zuvor ein weiterer US-Soldat einem Sprengstoffanschlag zum Opfer gefallen. Auf den Internationalen Flughafen von Bagdad wurden zwei Raketen abgefeuert, eine dritte traf ein Gebäude der irakischen Nationalgarde im einem westlichen Vorort. Menschen kamen hierbei nicht zu Schaden.

"Letzte Warnung" von Entführern italienischer Journalistin

Im Internet wurde am Sonntagabend eine neue Erklärung verbreitet, in der die italienische Regierung abermals ultimativ aufgerufen wurde, ihre Truppen bis Montagabend aus dem Irak abzuziehen. Die Forderung kam vom Islamischen Dschihad, die sich schon zuvor zur Entführung von Sgrena bekannt hatte. Was anderenfalls mit der 56-jährigen Reporterin der Tageszeitung "Il Manifesto" passieren würde, wurde nicht mitgeteilt. Es hieß lediglich, das Schicksal der "italienischen Kriegsgefangenen" werde in naher Zukunft bekannt gegeben.

Die Echtheit der Erklärung konnte zunächst nicht bestätigt werden. Keine der Internet-Mitteilungen enthielt einen klaren Beweis dafür, dass Sgrena tatsächlich in der Gewalt der jeweiligen Absender war. Dies hat die Regierung in Rom skeptisch gestimmt. Italien hat rund 3.000 Soldaten als Teil der Koalitionsstreitkräfte im Irak stationiert.

Am Sonntag wurden im westlichen Bagdader Vorort Mansur vier Ägypter entführt. Sie arbeiteten für ein ägyptisches Telekommunikationsunternehmen, das im Umkreis der Hauptstadt ein Mobilfunknetz betreibt. Ein Bekennerschreiben gab es zunächst nicht. Sechs Kollegen der Betroffenen waren im September entführt worden. Sie wurden schließlich wieder auf freien Fuß gesetzt, obwohl die Firma Orascom und ihre irakische Tochter Iraqna ihre Arbeit in dem Land nicht einstellten. (APA/AP)

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