Auf Schnäppchenjagd in Deutschland

11. Februar 2005, 15:16
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Niedrige Immobilienpreise locken Anleger

Wien - "Die Deutschen jammern mehr über ihre Wirtschaftsflaute, als sie eigentlich müssten", meint Christian Thalhammer, Generaldirektor der in Wien ansässigen Akron Immobilieninvestmentgruppe. Er sieht die schlechte Stimmung bei den Nachbarn als gute Gelegenheit, in den kommenden Monaten dort ein paar "Schnäppchen" einzukaufen.

Sein Vertrauen in die langfristige deutsche Konjunkturerholung beschränkt sich nicht auf ein paar Ballungszentren; er liebäugelt mit Büro- und Logistikimmobilien zwischen Berlin und München. "Wir sind unten im Tal, jetzt gibt's wieder Licht am Horizont", meint der Experte generell zur Wirtschaftslage in Westeuropa. Der Immobilienmarkt hinke der Konjunktur ein bis zwei Jahre nach. Jetzt, wo Kündigungswellen der Unternehmen ausgestanden seien und die Auftragslage sich verbessere, füllten sich auch wieder Büros. Gleichzeitig hätten Baufirmen aufgehört, mehr zu bauen, als gebraucht werde. Dies wirke sich positiv auf die Mieten aus. Bis zu 150 Mio. Euro werde die Akron heuer in Westeuropäische Immobilien investieren, meint Thalhammer und erwartet von seinen Immobilien in der "alten" EU eine Rendite von rund zehn Prozent, ähnlich viel wie im Vorjahr.

Fokus schwenkt wieder gen Westen

Akrons Portfolio habe sich in den letzten drei Jahren stark zugunsten von osteuropäischen Immobilien entwickelt, jetzt schwenke der Fokus wieder leicht gen Westen. "In Osteuropa sind wir an der Spitze der günstigen Entwicklung angelangt, aber ein bisschen was ist noch drin." Thalhammer hofft, dass seine Immobilien in Warschau und Budapest heuer 15 bis 17 Prozent Rendite abwerfen, etwa fünf Prozent weniger als 2004. Investitionen in der Höhe von 100 Mio. Euro sind geplant. In Osteuropa kooperiert Akron mit der Immoeast, Osteuropatochter der Immofinanz.

Die Renditen im Osten seien schneller gesunken als erwartet, meint Thalhammer. Nach dem Boom der Neunzigerjahre hätten sich die Mietpreise aber stabilisiert. Langfristig soll der Osteuropaanteil im Akron Portfolio wachsen. Derzeit sind 150 Mio. Euro des 450 Mio. Euro schweren Portfolios im Osten veranlagt. Besonders der Logistikbereich werde von der wachsenden Produktion und dem Import profitieren. (naha, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.2.2005)

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