Skihersteller Fischer mit Rekordergebnis

17. Februar 2005, 10:38
posten

Planzahlen für das laufende Geschäftsjahr bereits erreicht - "Nordisch" boomt - Irritationen über neue Blizzard-Führung

München - Der österreichische Skihersteller Fischer GmbH mit Hauptsitz in Ried am Innkreis wird das Rekordergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahrs (1. März 2003 bis 28. Februar 2004) in diesem Jahr wiederum übertreffen. Die Planzahl von 820.000 verkauften Paar Alpinskiern sei bereits mehrere Wochen vor Geschäftsjahresende erreicht, sagte Fischer-Geschäftsführer Gregor Dietachmayr am Sonntag auf der Münchner Sportartikelmesse Ispo in München.

Weil der nordische Skisport insbesondere in Mitteleuropa boome, werde man im laufenden Geschäftsjahr zudem mehr als 700.000 Paar Langlaufski verkaufen (Vorjahr: 620.000), was über die schon optimistischen Planzahlen klar hinausgehe. Einen weiteren Rekordabsatz stellte Dietachmayr beim Absatz von Langlaufschuhen in Aussicht: Die Zahl der verkauften Paare werde sich von 270.000 im vergangenen Geschäftsjahr auf 340.000 erhöhen. Dazu kommen 400.000 Fischer Alpin-Bindungen (Vorjahr: 280.000) und 30.000 Paar Alpin-Schuhe (Vorjahr: 15.000 Paar). Wenige Wochen vor Ende des Fischer-Geschäftsjahres bezifferte Dietachmayr den Gesamtumsatz auf 145 Millionen Euro nach 132 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2003/2004.

Kapazitätsprobleme

Fischer hätte noch mehr Langlaufski an die Kundschaft bringen können, wenn das Unternehmen nicht mit Kapazitätsproblemen zu kämpfen gehabt hätte. Ein Teil der zusätzlichen Aufträge habe jedoch durch Ferien- und Wochenendarbeit wieder hereingeholt werden können, sagte Dietachmayr. Während sich in Mitteleuropa nach Weihnachten hervorragendes Wintersportwetter eingestellt hatte, litt der Absatz in den skandinavischen Ländern an Schneemangel, sagte der für den Bereich Langlauf zuständige Geschäftsführer Franz Föttinger. In Nordeuropa leide die Branche unter dem wärmsten Winter seit 50 Jahren.

Während der Gesamtmarkt in Europa und Amerika stagniere, setze man beim Wachstum auf Russland, die anderen GUS-Länder und China, sagte Dietachmayr. In Shanghai hat Fischer im vergangenen Jahr ein Repräsentationsbüro eröffnet. Die Fischer-Skiproduktion findet zum größten Teil in dem ukrainischen Werk Fischer Mukachevo (Mukatschewo) statt. Man könne dort bei einem Lohnniveau von etwa einem Zehntel gegenüber Österreich und Deutschland "sehr wettbewerbsfähig" produzieren, so Dietachmayr.

Verhandlungen über Produktion in der Ukraine

Der Fischer-Geschäftsführer äußerte sich in diesem Zusammenhang verwundert über Äußerungen der neuen Eigentümer des Mittersiller Wettbewerbers Blizzard, einen Teil der Produktion von Skiern im unteren und mittleren Preisbereich in das ukrainische Werk verlagern zu wollen. Fischer übe bei Fischer Mukachevo die unternehmerische Führung für den Bereich Alpin- und Langlaufski aus und werde über die Blizzard-Pläne in den nächsten Wochen verhandeln. Die Gespräche seien aber "noch nicht so weit gediehen" wie es die neuen Blizzard-Eigentümer darstellten.

Das Familienunternehmen Stastny HolzhandelsgmbH, das jetzt zwei Drittel der Anteile an der Blizzard Sport GmbH hält, ist gleichzeitig mit 25,06 Prozent an dem ukrainischen Unternehmen Fischer Mukachevo mit mehr als 1.200 Mitarbeitern beteiligt. Der neue Geschäftsführer Karl Hofstätter hatte angekündigt, in Mittersill sollten zunehmend hochwertige Ski hergestellt werden während die preisgünstigen Produkte aus der Ukraine bezogen werden sollen. (APA)

Share if you care.