Großbritannien startet Initiative zum Schuldenerlass armer Länder

7. Februar 2005, 18:28
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Finanzminister: Schulden von insgesamt 19 Ländern werden umgehend gemindert - Jährliche Kosten bei rund 100 Millionen Pfund

London - Nach dem Beschluss der sieben führenden Industriestaaten (G-7) zu einem möglichen kompletten Schuldenerlass für die ärmsten Länder ist Großbritannien mit einer eigenen Initiative vorgeprescht. Das Land werde umgehend die Schulden von insgesamt 19 Ländern mindern, teilte das Finanzministerium am Sonntag in London mit. Dieses Vorhaben werde Großbritannien in diesem Jahr 27 Millionen Pfund (39,7 Millionen Euro) und bis 2015 jährlich zwischen 80 und 128 Millionen Pfund kosten. Profitieren sollten davon Staaten wie Äthiopien, der Senegal, Mali und Vietnam.

Die G-7-Finanzminister hatten am Samstag bei ihrem Treffen in London einen bis zu vollständigen Schuldenerlass für die Entwicklungsländer in Aussicht gestellt. In ihrer Abschlusserklärung hieß es, die führenden Industriestaaten seien übereingekommen, "die Lage der armen und hochverschuldeten Länder von Fall zu Fall zu untersuchen", um ihnen "bis zu 100 Prozent Erleichterung" der multilateralen und auch bilateralen Schulden zuzugestehen. Zur Finanzierung eines solchen Schuldenerlasses sollen möglicherweise die Goldreserven des Internationalen Währungsfonds (IWF) herangezogen werden. (APA/AFP)

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