Im Gedenken an Pantani zu Silber

6. Februar 2005, 16:29
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Die italienische Überraschung Elena Fanchini widmete ihre Medaille dem verstorbenen Rad-Helden - 19-Jährige schaffte Durchbruch nach zwei schweren Knieverletzungen

Bormio - Elena Fanchini fuhr am Sonntag bei der WM-Abfahrt der Damen in Santa Caterina erstmals ins volle Rampenlicht des Skizirkus. Die 19-jährige Italienerin ließ nicht nur mit ihrer sensationellen Leistung, sondern auch mit ihren Aussagen nach dem Rennen aufhorchen. "Ich widme diese Silber-Medaille Marco Pantani. Ich habe ihn leider nie persönlich kennen gelernt, er ist aber mein großes Idol", meinte die Senkrechtstarterin.

Pantani, in Italien einer der größten Volkshelden und 1998 Sieger von Tour de France und Giro d'Italia, war im Februar 2004 im Alter von 34 Jahren in einem Hotelzimmer in Rimini tot aufgefunden worden. Er hatte seit Jahren unter Depressionen gelitten und war drogenabhängig.

"Ich habe auch heute sehr viel an ihn gedacht und ich habe mir vor dem Rennen im Hotel noch sein Bild angesehen", so Fanchini, die trotz ihres noch jungen Alters bereits zwei schwere Knieverletzungen überwinden musste und erst im September 2004 wieder voll ins Training eingestiegen ist.

Schwesterliche Motivation

Bereits am vergangenen Sonntag war der Name Fanchini sensationell in den Top-Regionen der WM-Ergebnislisten aufgetaucht - die um ein Jahr jüngere Schwester Nadia raste im Super G gerade einmal 0,03 Sekunden an den Medaillen-Rängen vorbei. Das "Die tolle Leistung meiner Schwester war eine Riesenmotivation. Noch dazu hat niemand mit mir gerechnet", meinte die junge Dame aus - nomen est omen - Monte Campione in der Provinz Brescia strahlend.

Fanchini, die in den kommenden Jahren zur einer Allrounderin reifen will, absolvierte in Santa Caterina ihren ersten Abfahrts-Start bei einem Großereignis, zuvor hatte sie im Weltcup gerade einmal vier Abfahrten bestritten. Ihre besten Resultate waren dabei zwei 17. Plätze bei der WM-Generalprobe Anfang Jänner. (APA/red)

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    Elena Fanchini hatte bisher in der Abfahrt als bestes Resultat einen 17. Platz zu Buche stehen.

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