Stickler: "Es müssen viele Punkte her"

1. März 2005, 12:43
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Um WM-Chance zu erhalten zwei Siege gegen Wales nötig - ÖFB-Präsident fordert mehr Unterstützung für Nationalteam, weniger Legionäre und größere Liga

Wien - Das Länderspieljahr 2005 beginnt für den Österreichischen Fußball Bund (ÖFB) bereits am Dienstag mit dem Viernationenturnier auf Zypern. Und Präsident Friedrich Stickler gab insbesonders hinsichtlich WM-Qualifikation eine eindeutige Marschrichtung vor: "Wir sind in einer schwierigen Lage und deshalb umso mehr gefordert. Es müssen sehr viele Punkte her, sonst ist es mit der Qualifikation vorbei."

"Ohne dem Erreichen der WM hätten wir vor der Heim-EM keine Bewerbs-Spiele mehr und müssten ab 2006 nur mehr Freundschaftsspiele bestreiten. Das wäre nicht gut und würde die Situation erschweren" stellte der 56-Jährige, der seit April 2002 an der Spitze des größten nationalen Sportverbandes steht, unmissverständlich klar. Spätestens am 26. März wird es somit auch für Teamchef Hans Krankl ernst, dann steht das erste von zwei Duellen mit Wales auf dem Programm. Und Stickler weiß: "Gegen Wales haben wir beide Spiele zu gewinnen, sonst sind wir draußen."

Klubs müssen mit mitziehen

Aber der Präsident denkt natürlich auch langfristiger: "Wir befinden uns ab sofort in der Vorbereitung für 2008. Der ÖFB ist sich der Verpflichtung bewusst und die Zahlen aus Portugal zeigen, wie wichtig die EM ist. Das erfordert, dass alle handelnden Parteien uns helfen. Wir brauchen und fordern die Unterstützung der Bundesliga und der Vereine. Die Klubs müssen mitziehen, denn die Nationalmannschaft ist ein Premium-Produkt."

"Die Liga wäre gut beraten, uns zu unterstützen. Wir werden längere und mehr Trainingslager brauchen um eine konkurrenzfähige Mannschaft zu haben. Ein Nein ist für uns in Zukunft nicht akzeptabel, es genügen keine Lippen-Bekenntnisse der Vereinspräsidenten, wenn es in der Realität nicht funktioniert", so der Vorsitzende der UEFA-Klubbewerbs-Kommission.

Zu viele Legionäre, zu kleine Liga

Auch hinsichtlich der Transfer-Politik gab Stickler einen Warnschuss ab, es müsse mehr auf österreichische Talente gesetzt werden. "Ich verstehe die Vereine nicht. In der U19-Rangliste liegen wir vor Nationen wie Frankreich oder Schweden an achter Stelle. Plötzlich gehen uns dann die jungen Spieler verloren. Das ist eine Frage der grundsätzlichen Einstellung, da fehlt der Mut. So ist der internationale Erfolg sicher nicht zu holen." Auch bezüglich derIdentifikation der Fans mit dem Klub ist diese Politik nicht nachvollziehbar: "Auf höchstem Niveau bei Chelsea ist es so wie wenn ich in den Zirkus gehe. Da kann ich akzeptieren fast nur Legionäre zu sehen. Wenn ich diese Kunst aber nicht bekomme, sondern nur Hausmannskost..."

Bezüglich Liga-Größe sieht der ÖFB-Chef auch Bundesliga-Präsident Frank Stronach gefordert: "Von der Liga her sind wir zu klein und haben nach wie vor eine der kleinsten Ligen Europas. Ich bin ja nicht der Einzige, der klagt. (APA/red)

  • Stickler will Punkte sehen. Und zwar dalli, dalli.

    Stickler will Punkte sehen. Und zwar dalli, dalli.

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