Watergate-Notizen werden erstmals veröffentlicht

16. Februar 2005, 13:36
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Woodward: Quelle "Deep Throat" lebt noch aber bleibt weiter im Dunkeln

Die Notizen der beiden Aufdecker des Watergate-Skandals, der Reporter der "Washington Post" Bob Woodward und Carl Bernstein, werden nun mehr als 30 Jahre nach dem dadurch ausgelösten Rücktritt von US-Präsident Richard Nixon erstmals veröffentlicht. Die Universität von Texas hat die Papiere um fünf Millionen Dollar (3,86 Millionen Euro) von den beiden Star-Journalisten gekauft. Die Identität der berühmten "Deep Throat" genannten Quelle bleibt jedoch weiter geheim. "Er lebt noch immer, eines Tages wird er sterben und dann kann diese ganze Geschichte erzählt werden", sagte Woodward am Freitag gegenüber CNN. Er bestätigte lediglich dass "Deep Throat" ein Mann sei.

In der Ausstellung in Austin in Texas werden nun ab Freitag handgeschriebene Notizen, Entwürfe zu Geschichten und das Recherchematerial von Woodward und Bernstein gezeigt. Die beiden damaligen jungen Lokalreporter der "Washington Post" ermittelten zum Einbruch in das Hauptquartier der Demokratischen Partei im Watergate-Komplex am 17. Juni 1972. Sie deckten auf dass hinter dem Einbruch letztlich die Republikanische Partei bzw. Nixon stand, der von seinen politischen Gegnern Wahlkampfmunition erbeuten wollte. Am 9. August 1974 trat Nixon zurück.

"Wir hatten damals viel Glück, weil wir von der Spitze unserer Zeitung voll unterstützt wurden", berichtete Woodward. Bob Woodward und Carl Bernstein waren damals junge Lokalreporter und beide unter 30 Jahren alt. Sie hätten sich aber auch gegen die damals vorherrschende Meinung durchsetzen müssen, dass Nixon "zu clever" sei um in so einen Skandal verwickelt zu sein.

Sein Kollege Bernstein betonte, als lokale Reporter und nicht im Weißen Haus akkreditiert hätten sie die Geschichte einfach so wie jeden anderen Kriminalfall gründlich recherchiert und sich nicht durch Einschüchterungsversuche aus dem Weißen Haus abschrecken lassen. "Wir haben das ganz auf die altmodische Art gemacht", betonte Bernstein. "Am Anfang wussten wir gar nicht was Watergate einmal bedeuten wird". (APA)

Höhepunkte der Ausstellung können im Internet unter http://www.hrc.utexas.edu/exhibitions/online
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    Die Journalisten Carl Bernstein, rechst, und Bob Woodward, links, in der Ausstellung ihrer Papiere in der Universität von Texas.

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