Rugby: Wales wie in alten Zeiten

14. Februar 2005, 19:39
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Zum Auftakt des Six Nation-Turniers gelang Außenseiter in Cardiff dramatischer Erfolg gegen Weltmeister England

Wien - Was für ein Tag für Wales. Das Rugbyteam des kleinen Landes lieferte am Samstag eine gloriose Leistung und bezwang Erzfeind England zum Auftakt des Six Nation-Turniers 11:9. Es war der erste Sieg der Waliser gegen den Weltmeister seit zwölf Jahren. Vor der Rekordkulisse von 74.197 Fans im Millennium Stadium zu Cardiff blieb der Center Gavin Henson vier Minuten vor Schluss kühl und sorgte mit einem erfolgreichen Penaltykick für die Entscheidung.

Schon vor dem Spiel sorgten die Zuschauer mit ihren enthusiastischen Gesängen für eine elektrisierende Stimmung, die sich auf die walisischen Spieler ganz offenbar übertrug. Das Team eröffnete das Spiel mit furiosem Tempo und unterband durch entschlossenes Tackling weitgehend zusammenhängende Aktionen der Gäste. Im respektlosen Mut der Waliser war ein Echo jener vergangenen Zeiten zu erspüren, in denen die Engländer mit schlotternenden Knien nach Cardiff angereist waren, um sich ihre Haue abzuholen.

Schon nach zehn Minuten gelang nach einem weiträumigen angelegten Angriffsvariante durch Flügel Shane Williams der erste und einzige Try der gesamten Partie. Die Erhöhung durch Stephen Jones aus schwierigem Winkel misslang zwar, doch sein verwandelter Penalty Mitte der ersten Halbzeit sicherte Wales eine 8:3-Führung zur Pause.

Nach Wiederbeginn schien sich, wie auch im Duell der beiden Teams im WM-Viertelfinale, das Blatt für England zu wenden, drei Penalties von Charlie Hodgson brachten den Weltmeister nach 70 Minuten zum ersten Mal in Führung. Doch dann traf aus der Schlussoffensive der Waliser heraus Henson aus über 40 Metern und fixierte den dramatischen Erfolg.

Frankreich mit Ach und Krach

Im zweiten Spiel des Tages konnte sich der Favorit - wenn auch knapp - durchsetzen: Frankreich behielt im Pariser Prinzenpark gegen inspirierte Schotten glücklich mit 16:9 die Oberhand. Schottland haderte mit der Entscheidung eines Linienrichters, der beim Stand von 6:9 einen Versuch von Allister Hogg nicht gelten ließ, da dieser davor mit dem Bein angeblich bereits im Aus gewesen war.

Doch Frankreichs Coach Bernard Laporte war nach dem Match ob der fehlerhaften Darbietung des Titelverteidigers nicht weniger erbost, wie sein schottischer Kollege Matt Williams wegen der Intervention des Unparteiischen. (rob)

Resultate, erste Runde:

  • Frankreich - Schottland 16:9
  • Wales - England 11:9
  • Italien - Irland 17:28
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      Der Waliser Shane Williams versucht der englische Defensive zu entfleuchen. Dem Flügel gelang dann auch der einzige Try des Spiels.

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      Ordentlich was los beim Lineout im Match Frankreich gegen Schottland in Paris.

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