Oberpinzgau: Lawinenopfer gestorben

6. Februar 2005, 17:52
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Verstarb in Universitätsklinik Innsbruck - 28-jährige Schifahrerin hatte Lawine selbst ausgelöst - Zwei Begleiter blieben unverletzt

Salzburg/Innsbruck - In der Universitätsklinik Innsbruck ist am Sonntag um 12.30 Uhr jene 28-jährige Münchnerin gestorben, die gestern, Samstag, Mittag gegen 12.30 Uhr im Skigebiet Königsleiten im Bereich des Sesselliftes "2000er" in der Gemeinde Wald im Pinzgau abseits der Piste von einer Lawine erfasst und nach etwas mehr als einer Stunde geborgen worden war, wie die Gendarmerie mitteilte.

Die 28-Jährige, ihr Freund und ein weiterer Bekannter befanden sich im Skigebiet Königsleiten. Zunächst befuhren sie die Pisten im Skigebiet. Ab Mittag begab sich das Trio in den Tiefschnee abseits der Pisten. Gegen 12.25 Uhr befuhren sie im Bereich des so genannten "Hochalmkar" entlang des dortigen Sesselliftes "2000er" eine Rinne, eine Variante abseits der Piste, welche abschließend durch einen tiefen Graben zur Talstation des "2000er" führt.

Während der erste ohne Probleme durch den Graben fuhr, lösten die beiden hinteren ein Schneebrett im Ausmaß von zirka 50 Meter Breite und 120 Meter Länge (Anrisshöhe bis zu 135 Zentimeter, Neigung im Anriss 44 Grad) aus. Der Freund der 28-Jährigen konnte noch aus der Lawine fahren, sie selbst wurde jedoch verschüttet. Von den beiden heilgebliebenen Wintersportlern wurde sofort ein Notruf abgesetzt, von der Bezirksleitstelle Zell am See sofort die Rettungskette in Gang gesetzt.

Die Münchnerin konnte schließlich nach zirka 70 Minuten durch Sondierung der Rettungskräfte gefunden und ausgegraben werden. Die Mundhöhle der Verschütteten befand sich zirka 150 Zentimeter unter der Schneeoberfläche. Die 28-Jährige wurde noch am Auffindungsort reanimiert und anschließend mit dem Rettungshubschrauber "Heli 4" in die Uni-Klinik Innsbruck geflogen.

An der Bergung nahmen rund 60 Einsatzkräfte, vier Suchhunde, zwei Hubschrauber ("Heli 4" und einer des Innenministeriums) und der Katastrophenreferent der BH Zell am See teil. Bergrettungsleute berichteten, dass die Deutsche ohne LVS-Gerät unterwegs war, was die Suche erschwerte.(APA)

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