Duell Pärson vs. Kostelic auch in Abfahrt?

6. Februar 2005, 12:48
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Schwedin gab am Samstag O.K. für Start - ÖSV-Damen-Team nach Fehler-Analysen "nicht wirklich viel schlauer geworden"

Bormio - Um 9.30 kam das sms am Samstag auf die Handys der schwedischen Journalisten: Anja Pärson startet am Sonntag in Santa Caterina auch in der Spezialabfahrt. Und gibt sich damit die Chance, auch im dritten WM-Bewerb eine Medaille zu holen, was man der Super-G-Weltmeisterin durchaus zutrauen kann. Es ist nicht auszuschließen, dass Pärson und Janica Kostelic am Sonntag endgültig die Damenskiwelt auf den Kopf stellen und auch in der Spezialabfahrt zuschlagen. Selbst Marlies Schild würde das nicht überraschen. "Wenn Janica so fährt wie bisher, kann sie auch die Abfahrt gewinnen."

Die Salzburgerin hatte am Tag nach dem Gewinn von Kombi-Bronze hinter Kostelic und Pärson ebenso frei wie ihre Freund Benni Raich, für die Saalfeldenererin geht es erst am Dienstag mit dem Riesentorlauf weiter. Beim Rückblick auf die Kombination musste sie schmunzeln. Vor dem Slalom war es irgendwie komisch wegen der Erinnerungen an Marburg." Dort hatte man sich in der Skiwahl ja völlig vergriffen, deshalb nahm Schild bei der WM auch den Zagreb-Ski. Und holt damit das "Maximum" heraus, das nach der missglückten Abfahrt noch möglich war. "Dort war ich langsamer als im Training."

Damit lag auch Schild im Trend der schnellen ÖSV-Mädchen, die auf der Compagnoni-Piste nicht so richtig ins Fahren gekommen sind. "Ein Rennen kann schon mal daneben gehen, ich hatte deshalb keinen Druck weil ich ja nicht beteiligt war", war Schilds Sichtweise der Situation nach dem völlig verpatzten Super G.

Zwar hat sie mit der ersten Medaille etwas den Druck von der Damen-Mannschaft genommen, das hilft Renate Götschl, Michi Dorfmeister (sie kann als erste bei vier Weltmeisterschaften in Folge eine Medaille holen) und Co am Sonntag in der Abfahrt aber auch nicht wirklich weiter. Vor allem Götschl, die noch am Samstag mit Fahrten in einem weit gesetzten Super-G-Kurs intensiv nach der richtigen Feinabstimmung ihrer Salomon-Ski für den aggressiven Kunstschnee suchte, ehe sie die ÖSV-Abfahrtsherren in Bormio anfeuerte.

Auch die Trainer taten alles, um Licht ins Dunkel der verwirrenden Performance ihrer Speed-Damen zu bringen. "Der Wind, unterschiedliche Anzüge, es ist schwierig, wird sind nicht nach den Analysen wirklich viel schlauer geworden", beschrieb Abfahrtschef Bernd Zobel die Situation. Auch ihm ist klar: Kostelic ist auch für die Abfahrt heiß." Und Pärson? "Die sollten wir doch im Griff haben."

In der Abfahrt nicht am Start ist die Italienerin Lucia Recchia. Die Silbermedaillen-Gewinnerin im Super G hat sich am Freitag im Abschlusstraining bei einem Sprung eine Meniskusverletzung im rechten Knie zugezogen und kommt damit bei dieser WM nicht mehr zum Einsatz. Die 25-jährige wird erst wieder in zwei Wochen in Aare oder erst Ende des Monats in San Sicario in den Weltcup einsteigen. (APA)

Endstand des Damen-Trainings am Freitag für die WM-Abfahrt am Sonntag in Santa Caterina:

1. Michaela Dorfmeister (AUT)  1:32,62 
2. Hilde Gerg (GER)              +0,08
3. Sylviane Berthod (SUI)        +0,20
4. Magda Mattel (FRA)            +0,30
5. Ingrid Jacquemod (FRA)        +0,36
weiter:
9. Katja Wirth (AUT)             +1,18
11. Alexandra Meissnitzer (AUT)  +1,36
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Michaela Dorfmeister wuchtet sich zu Trainingszwecken aus dem Starthaus.

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