Prozess-Fortsetzung vertagt

8. Februar 2005, 09:54
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Verteidiger kann wegen Erkrankung der Schwester nicht kommen - Geschworenen-Anhörung verzögert sich

Los Angeles - Die für Montag geplante Fortsetzung des Prozesses gegen den US-Popstar Michael Jackson ist vertagt worden, weil die Schwester seines Anwalts schwer erkrankt ist. Wegen des Krankheitsfalls werden weder der Verteidiger Thomas Mesereau noch Jackson selbst vor Gericht anwesend sein, teilte das Gericht von Santa Maria am Freitag (Ortszeit) mit. Deswegen könne die Anhörung der Geschworenen-Kandidaten nicht wie vorgesehen an diesem Tag nicht stattfinden. Einen Anhörungstermin für kommende Woche legte das Gericht nicht fest.

Damit verzögert sich die ohnehin langwierige Auswahl der Jury weiter. Ursprünglich hätte sie bereits in der vergangenen Woche stattfinden sollen. Allerdings hat das Gericht bereits eine Vorauswahl von 250 Kandidaten getroffen, aus deren Kreis die zwölfköpfige Jury gebildet werden soll.

Genaue Prüfung der KandidatInnen

Die Zusammensetzung der Jury kann möglicherweise Weichen stellend sein, ob der "King of Pop" schuldig gesprochen wird oder nicht - eine einzige Gegenstimme reicht, um eine Verurteilung zu verhindern. Daher wollen alle Beteiligten die Kandidaten genauestens prüfen. Über das Ausfüllen von Fragebögen hinaus müssen sich viele von ihnen auf individuelle Befragungen einstellen. Während die Staatsanwaltschaft laut Experten vermutlich auf eine Jury aus konservativen, religiösen und familienorientierten Mitgliedern hofft, will die Verteidigung offenbar lieber jüngere, liberal gesonnene und kinderlose Juroren sehen.

Jackson wird vorgeworfen, zwischen Februar und März 2003 einen 13-Jährigen mit Alkohol gefügig gemacht und dann sexuell missbraucht zu haben. Er beteuert seine Unschuld. Viele seiner Fans sind von seiner Unschuld fest überzeugt. Sie meinen, der dreifache Vater könne keinem Kind ein Leid zufügen. (APA/AFP)

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