Afghanistan: Ausländische Truppen misshandeln Gefangene

7. Februar 2005, 17:14
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UNO-Menschenrechtsexperten: Inhaftierungen ohne rechtliche Basis

Kabul - In Afghanistan misshandeln ausländische Truppen nach Angaben eines UNO-Menschenrechtsexperten Gefangene. "Ausländische Truppen haben sich dort das Recht genommen, ohne juristische Grundlage zu verhaften, einzusperren, zu misshandeln und womöglich sogar zu foltern", sagte der von den Vereinten Nationen bestellte unabhängige Menschenrechtsexperte für Afghanistan, Cherif Bassiouni, am Samstag in Kabul. Kriegsgefangene müssten in Übereinstimmung mit den Genfer Konventionen festgehalten werden, Strafgefangene nach den Regeln der afghanischen Verfassung, mahnte Bassiouni.

Bassiouni will seine Erkenntnisse der UNO-Menschrenrechtskommission bei deren nächster Sitzung im März vorlegen. Eine US-geführte Koalition befindet sich seit 2001 in Afghanistan. Von den rund 18.000 dort stationierten Soldaten gehören etwa 16.000 zur US-Armee. Im Vorjahr hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) US-Soldaten in Afghanistan vorgeworfen, Gefangene gefoltert zu haben. (APA)

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