Sunnitischer Rat verlangt Zeitplan für Truppenabzug

6. Februar 2005, 15:21
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Religionsgelehrte konferierten mit UNO-Emissär - Konsens mit allen irakischen Parteien gesucht

Bagdad - Der oberste Rat der sunnitischen Geistlichen im Irak hat einen verbindlichen Zeitplan für den Abzug ausländischer Truppen aus dem Land verlangt. Ziel sei ein Konsens mit allen Parteien über ein Ende der Besatzung, sagte ein Sprecher des Ulema-Rats am Samstag nach einem Treffen mit dem UNO-Sonderbeauftragten für den Irak, Ashraf Qazi, in Bagdad. "Danach werden die Weisen des Landes den Aufständischen sagen: 'Es gibt keinen Grund für weiteres Blutvergießen." Der Ulema-Rat beriet mit Qazi über eine Einbeziehung der Sunniten in den politischen Prozess und die Ausarbeitung der neuen Verfassung.

Der Ulema-Rat hatte wie alle anderen wichtigen sunnitischen Körperschaften und politischen Vereinigungen die Wahlen im Irak am vergangenen Sonntag boykottiert. Anschließend hatte das Gremium den Urnengang für unrechtmäßig erklärt. Der UNO-Gesandte Qazi hatte am Donnerstag angekündigt, er wolle bei den Sunniten dafür werben, sich an der Ausarbeitung der Verfassung zu beteiligen.

Vier irakische Soldaten sind bei einem Bombenanschlag in der südirakischen Stadt Basra getötet worden. Wie das dort stationierte britische Militär am Samstag mitteilte, explodierte der in einem Motorrad versteckte Sprengsatz nahe einer Brücke in der Innenstadt. Die Zahl der Toten habe sich von zunächst drei auf vier erhöht, hieß es. Ein fünfter irakischer Soldat sei schwer verletzt worden und befinde sich in kritischem Zustand in einem Krankenhaus. (APA)

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    Der UNO-Sonderbeauftragte für den Irak, Ashraf Qazi (links), bei seinem Treffen mit dem sunnitischen Geistlichen Abdul Salam al-Kubasi (rechts).

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