IAEO: Entwarnung über ägyptische Atomwaffen-Pläne

7. Februar 2005, 13:41
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"Nichts sehr Ernsthaftes" - Uran-Experimente möglicherweise ohne Wissen der Regierung

Wien - Keine Hinweise auf ein Atomwaffenprogramm haben Experten der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) Diplomaten zufolge bei der Untersuchung nicht deklarierter Experimente Ägyptens mit spaltbarem Nuklearmaterial gefunden. "Der Bericht wird nicht abschließend sein, aber er wird bereits deutlich machen, dass es kein wirkliches Problem mit dem ägyptischen Atomprogramm in Bezug auf die Weiterverbreitung von Atomwaffen gibt", sagte ein westlicher Diplomat am Freitag am Sitz der IAEO in Wien. Ein anderer Diplomat erklärte: "Es ist nichts sehr Ernsthaftes".

Informationspflicht nicht eingehalten

Ägypten habe offenbar lediglich versäumt, die IAEO über die Arbeit einiger Wissenschaftler zu informieren. Einige Atomwissenschaftler des nordafrikanischen Landes hätten möglicherweise ohne Wissen ihrer Regierung gehandelt, als sie mit Uran experimentierten und es zur Anreicherung vorbereiteten. Angereichertes Uran kann für die Herstellung von Atomwaffen genutzt werden.

Diplomaten hatten im vorigen Monat berichtet, Inspektoren der IAEA hätten ein Labor in der Nähe von Kairo überprüft. Es bestehe der Verdacht, dass dort wieder aufbereiteter Kernbrennstoff zur Produktion von Plutonium verwendet worden sei. (APA/Reuters)

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