Autogrill wird "Airportgrill"

9. Februar 2005, 14:11
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Italiens größter Autobahn-Restaurantbetreiber hat Interesse an Airest-Bodengeschäft

Mailand/Wien - Italiens größter Autobahn-Restaurantbetreiber Autogrill will im Flughafen-Geschäft wachsen und wirft dabei auch ein Auge auf die AUA-Tochter Airest. Die Benetton-Tochter Autogrill konzentriert ihr Interesse ausschließlich auf das Restaurantgeschäft und nicht auf das Airline Catering, heißt es beim Unternehmen. Vorerst stehe jedoch der spanische Markt im Mittelpunkt des Konzerninteresses: Autogrill hat ein Übernahmeangebot für die spanische Airport-Gesellschaft Aldeasa zu 33 Euro pro Aktie präsentiert und damit die anderen Interessenten überboten.

Airest-Verbleib bei AUA offen

Die AUA wird in den nächsten Monaten die Airest zur Gänze übernehmen. Derzeit halten AUA, Lufthansa und Gate Gourmet je ein Drittel. Ob die Airest dann verkauft wird oder weiter im Besitz der AUA bleibt, ist offen. An einer kompletten Airest-Übernahme ist nach wie vor DO&CO-Chef Attila Dogudan interessiert.

Noch vor einem Jahr stand Autogrill selbst zum Verkauf. Trotz günstiger Angebote seitens mehrerer Private-Equity-Gesellschaften haben die Autogrill-Mehrheitseigentümer, die Unternehmerfamilie Benetton, den Konzern in letzter Minute von der Verkaufsliste gestrichen. Autogrill soll nicht verkauft werden sondern im ertragreichen Flughafengeschäft expandieren, hieß die neue Richtlinie. Nachdem Autogrill am US-Markt bei den Airport-Restaurants mit HMS Host und Anton Airfood zum Marktführer avancierte, steht nun der europäische Markt im Visier. Hier werden erst zehn Prozent des gesamten, im Vorjahr um 13 Prozent auf geschätzt 1,3 Mrd. Euro gewachsenen Autogrill Flughafengeschäftes, realisiert.

Neben den Mailänder Airports (Malpensa und Linate) ist Autogrill an den Flughäfen von Amsterdam, Zürich, Marseille und Athen präsent. Das Restaurantgeschäft an den Flughäfen soll jährlich um vier Prozent zunehmen. Heuer wird auf den europäischen Airports mit einem Restaurantumsatz von 1,4 Mrd. Euro, in den USA mit 2,3 Mrd. Dollar gerechnet.

Warmes Essen

Seit 1. Februar ist das Essen an Bord der AUA-Flüge in der Economy-Class auf allen Europa-Flügen kostenpflichtig. Neu ist, dass die Airest auf Flügen die mindestens 100 Minuten dauern auch warmes Essen anbietet. Beim "Bistro Service" gibt es bei Abflügen bis zehn Uhr ein warmes Frühstück (neun Euro) und danach ein warmes Mittagessen zum selben Preis. Die Airest erhofft sich durch den Bordverkauf einen Umsatz von 2,7 Mio. Euro, das entspricht etwa 900.000 verkauften Mahlzeiten pro Jahr. (tkb, cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5./6.2.2005)

  • Artikelbild
    foto: autogrill
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