Heißer Tanz auf tückischer Stelvio

5. Februar 2005, 13:07
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Heute rittert das Fahrerfeld um die Medaillen in der Herren-Abfahrt. Die Österreicher zählen auf der durch viele Trainingsfahrten immer selektiver gewordenen Strecke zu den Topfavoriten

Bormio - Heute erwartet die Alpinen Ski-WM in Bormio die Königsdisziplin, auf der Piste "Stelvio" werden die Medaillen Abfahrt die Medaillen vergeben. Österreichs Herren-Quintett greift auf einer der absoluten ÖSV-Lieblingsstrecken nach der vierten Abfahrts-WM-Goldenen in Serie. Die Topfavoriten sind der Salzburger Michael Walchhofer, der Kärntner Fritz Strobl und der amerikanische Super-G-Weltmeister Bode Miller.

Die zu Wochenbeginn noch stark entschärfte "Stelvio" präsentiert sich auf Grund der Vielzahl an Trainingsfahrten und der Kombi-Abfahrt mittlerweile wieder in alter Gefährlichkeit, also absolut WM-würdig. Jüngstes Opfer: Gesamt-Weltcupsieger Hermann Maier, der am Freitag beim San-Pietro-Sprung zu Sturz kam, aber am Samstag am Start stehen wird.

Erfolgsgewohnt

Österreichs Bilanz in Bormio ist beachtlich. Von den vergangenen neun Weltcup-Abfahrten im WM-Ort wurden acht von Österreichern gewonnen, nur Daron Rahlves hatte 2002 dazwischengefunkt. Hermann Maier drückt die Riesen-Erwartungshaltung in Ski-Österreich so aus: "Silber kann hier oft schon zu wenig sein." Nicht zuletzt auch auf Grund der Tatsache, dass alle fünf Österreicher, die am Samstag am Start sind, in Bormio schon auf dem Stockerl waren.

Auf keiner Expertenliste fehlt der Tipp "Michael Walchhofer". Das macht den Salzburger Titelverteidiger aber nicht sonderlich nervös, denn er weiß selbst: "Wenn ich perfekt fahre, kann mich hier nur Bode Miller schlagen. Er fährt die Kurven im Mittelteil ganz gewaltig - aber ich kann das auch." Walchhofer will am Samstag dosiertes, aber doch erhebliches Risiko nehmen: "Wer gewinnen will, muss einen perfekten Lauf runterbringen."

Interessant und schwierig

Auch Olympiasieger Strobl, am Freitag bei der Generalprobe Trainingsschnellster war, nimmt seine Rolle als Mitfavorit an. So wie Youngster Grugger ("Die Piste wird immer brutaler") berichtete auch Strobl von der Tücken der "Stelvio": "Von einer leichten Abfahrt kann keine Rede sein - das wird eine interessante und schwierige Sache." An eine Medaille denkt der gelernte Gendarmeriebeamte aber nicht: "Ich möchte nur gut runterkommen und locker Skifahren."

Locker und befreit will Werner Franz, der sich erst am Freitag qualifizierte, ans Werk gehen. "Ich habe überhaupt keinen Druck. Die Topleistungen werden nur von den Fixstartern erwartet." Das Franz-Motto ändert sich auch vor der WM nicht: "Wenn es gehen soll, dann einfach. So lautet meine Einstellung seit Saisonbeginn", meinte der Val d'Isere-Sieger 2004. (APA/red)

Die Sieger in Bormio seit 1993:

 29.12.1993: Hannes Trinkl (AUT)
 15. 3.1995: Luc Alphand (FRA)
 29.12.1995: Lasse Kjus (NOR)
 29.12.1996: Luc Alphand (FRA)
 29.12.1997: Hermann Maier (AUT)
 30.12.1997: Andreas Schifferer (AUT)
 29.12.1998: Hermann Maier (AUT)
 15. 3.2000: Hannes Trinkl (AUT)
 28.12.2001: Christian Greber (AUT)
 29.12.2001: Fritz Strobl (AUT)
 29.12.2002: Daron Rahlves (USA)
 11. 1.2003: Stephan Eberharter (AUT)
 29.12.2004: Johann Grugger (AUT)
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    Titelverteidiger Michael Walchhofer gilt verbreitet als durchaus ausichtsreicher Siegertipp für Samstag.

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