T-Mobile und tele.ring klagen Mobilkom wegen "UMTS plus"-Angebot

15. Februar 2005, 13:23
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Wettbewerbsklage beim Handelsgericht Wien eingebracht - Wegen Irreführung der Konsumenten

Der zweitgrößte österreichische Handynetz-Betreiber T-Mobile Austria hat den Marktführer Mobilkom Austria wegen des neuen Angebots "UMTS plus" geklagt. "Wir haben heute eine Wettbewerbsklage beim Handelsgericht Wien wegen Irreführung der Konsumenten eingebracht", sagte T-Mobile-Austria-Sprecherin Manuela Bruck am Freitag zur APA.

Einweilige Verfügung

Zudem habe man auch einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Mobilkom-Kommunikation über dieses Angebot gestellt, so Bruck. Mit einer ersten Äußerung des Handelsgerichts rechne man angesichts der Semesterferien frühestens in zwei Wochen. Neben T-Mobile prüfen derzeit One und Hutchison ("3") eine Klage.

Auch tele.ring brachte Klage gegen Mobilkom ein

Der viertgrößte österreichische Handynetzbetreiber tele.ring hat ebenfalls eine Klage gegen den Marktführer wegen des neuen Angebots "UMTS plus" beim Handelsgericht Wien eingebracht. Das Mobilkom-Angebot "UMTS plus" suggeriere, dass die Mobilkom über ein flächendeckendes UMTS-Netz bzw. sogar über eine Weiterentwicklung von UMTS verfüge, was nicht der Fall sei, betonte tele.ring Sprecher Sattlberger.

EDGE - nicht UMTS

Stein des Anstoßes sind die Pläne der Mobilkom, das GMS-Netz in ländlichen Regionen bis Mitte des Jahres mit der leistungsfähigeren Übertragungs-Technik EDGE - als Zwischenstufe zur dritten Mobilfunkgeneration UMTS - aufzurüsten und das Produkt unter dem Namen "UMTS Plus" zu vermarkten. Die Mitbewerber orten hier eine Irreführung der Konsumenten, zumal es sich bei dem Netz nicht um ein vollwertiges UMTS-Netz handle.

Überlegen

Dem Konsumenten werde durch den Produktnamen "UMTS plus" der unrichtige Eindruck vermittelt, dass die Mobilkom österreichweit einen Standard verwende, der jenem von UMTS technologisch überlegen sei, argumentiert T-Mobile. Die Bezeichnung UMTS Plus sei "mehr als irreführend", meinte zuletzt auch Hutchison-Österreich-Chef Berthold Thoma. EDGE könne wesentlich weniger als UMTS - deshalb sollte es eigentlich "UMTS minus" heißen. "Was die Mobilkom unter UMTS-Plus anbietet, ist so, als würde man bei einem Auto Spikes montieren und es unter Vierrad-Plus verkaufen", so One-Sprecher Florian Pollack. (APA)

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    Mobilkom-Chef Boris Nemsic

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