Opferschutz: Kritik an ministerieller Parallelstruktur

4. Februar 2005, 14:13
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Parlamentarische Anfrage an FP-Justizministerin Miklautsch über Qualität der Beratung durch JuristInnen

Wien - Das Tauziehen zwischen den autonomen Opferschutzeinrichtungen und den ministeriellen Einrichtungen geht weiter. In einer parlamentarischen Anfrage wollte SPÖ-Abgeordente Gisela Wurm am Freitag von FPÖ-Justizministerin wissen, wie die Beratung in dem vom Justizministerium installiertem "Notruf für Opfer - 0800 112 112" vollzogen wird.

Laut Miklautsch gingen in die hauseigene Hotline von April bis Dezember 2004 3.437 Anrufe ein. Davon wurden insgesamt 252 Anrufe an andere Beratungsstellen weiter verwiesen. "Mit anderen Worten wurden offensichtlich 3.185 Anrufe, das sind mehr als 92 Prozent aller Anrufe von den dort tätigen RechtsanwältInnen selbst beantwortet", resümiert Gisela Wurm aus der Anfragebeantwortung von FPÖ-Justizministerin Miklautsch.

Für Wurm ist nun von Interesse, wie die Anrufe bearbeitet werden und wie Opfern von Gewalt weiter geholfen wird. Ausgangspunkt für Wurms Anfragen ist die vom FPÖ-Justizministerium installierte Parallelstruktur zu den ca. 196 bestehenden, professionell arbeitenden Opferhilfseinrichtungen. Die ministerielle Beratung verfügte 2004 über ein geschätztes Budget von 500.000 Euro, während die bestehenden Opferhilfseinrichtungen wie Hotline "Frauen Helpline gegen Männergewalt" (0800/222 555) von Budgetkürzungen betroffen ist. (red)

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