Deutsche lehnen englischsprachige Werbung immer mehr ab

21. Februar 2005, 13:35
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Studie: Hersteller überschätzen Sprachkenntnisse ihrer Kunden

Viele deutsche Verbraucher verstehen einer Studie zufolge das von englischen Wörtern durchsetzte Werbedeutsch nicht mehr und sind zunehmend verärgert darüber. Ein bedeutender Teil der Kunden lehne diese Werbung inzwischen als Amerikanisierung der deutschen Sprache und als Manipulationsversuch ab, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie des deutschen Marktforschungsinstituts Seissmo.

"Komm rein und finde wieder raus"

Viele Hersteller überschätzen die Sprachkenntnisse ihrer Kunden. Ein Beispiel dafür sei das inzwischen geänderte Motto des Handelskonzerns Douglas: "Come in and find out." Viele Verbraucher dächten, dies bedeute "Komm rein und finde wieder raus", statt tatsächlich "Komm rein und suche etwas aus". Für Stirnrunzeln sorgten auch Ausdrücke wie etwa "Styling Mousse" für Frisierschaum. Etliche Verbraucher würden dies mit "Maus zum Frisieren" übersetzen. Vor allem ältere Verbraucher ohne Englischkenntnisse würden einige Übersetzungen geradezu erraten, heißt es in der Studie weiter. So würden sie den Begriff "mailbox" für einen elektronischen Briefkasten im Internet als "Mehlbox" interpretieren, eine "Body Lotion" sei ein "Bodenmittel."

Besonders anfällig für Anglizismen sei schon immer die Elektronikbranche gewesen, zunehmend aber auch die Kosmetik-, Waschmittel- und Automobilbranche, stellt die Studie fest. Für die Studie befragte das Mannheimer Institut mehr als 1.000 Personen im Alter zwischen elf und 80 Jahren. Bei der Untersuchung wurden nicht exakte Prozentzahlen ermittelt, sondern die grundlegende Einstellung der Verbraucher. (APA/Reuters)

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