Millionenschwere Klage gegen Süddeutschen Verlag abgewiesen

16. Februar 2005, 13:43
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Kein betrügerisches Verhalten bei gescheiterter Übernahme von Weka-Fachzeitschriften

Das Landgericht Augsburg hat am Freitag eine millionenschwere Schadensersatzklage des schwäbischen Weka Verlages (Kissing) gegen den Süddeutschen Verlag (SV) abgewiesen. Die 2. Handelskammer verneinte in der Urteilsbegründung jegliche Schadensersatzansprüche und sah auch keinen Nachweis für eine "betrügerisches Verhalten" durch den Süddeutschen Verlag (SV) gegeben. Bei der Klage war um es rund 76 Millionen Euro wegen einer gescheiterten Übernahme von Weka-Fachzeitschriften durch den SV gegangen.

Weka-Geschäftsführer Wolfgang Materna sagte nach der Urteilsverkündung, sein Unternehmen habe nach einer abgewiesenen ersten Klage ein negatives Urteil erwartet. Er ließ offen, ob der Weka-Verlag in Berufung gehen werde. Zunächst müsse die Urteilsbegründung genau geprüft werden. Die Prozesskosten, die dem Weka-Verlag auferlegt wurden, werden auf zwei bis drei Mio. Euro geschätzt. Weka hatte zur Behandlung der Schadensersatzklage durch das Gericht bereits 770.000 Euro Gerichtskostenvorschuss gezahlt.

Vorwurf SV habe das Geschäft platzen lassen

Beide Unternehmen hatten Anfang Mai 2001 die Übernahme der Fach- und Computerzeitschriftensparte von Weka durch den SV für rund 157 Millionen Euro verkündet. Dazu war es aber aus kartellrechtlichen Gründen nicht gekommen. Weka hatte dem SV vorgeworfen, er habe das Geschäft platzen lassen. Dagegen kam das Gericht zu dem Schluss, es gebe keinen Nachweis für eine bewusste oder gewollte Torpedierung der Verkaufsverhandlungen. Der Süddeutsche Verlag, der mit 49 Prozent an "Der Standard" beteiligt ist, habe ernsthafte Verhandlungen geführt. Andere Behauptungen seien "durch nichts belegte Spekulationen". Mit der Bezahlung von 3,5 Millionen Euro durch den SV an den Weka Verlag seien sämtliche Ansprüche abgegolten. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. (APA)

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