Uribe wegen Infektion im Krankenhaus

4. Februar 2005, 20:38
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Venezuela-Besuch des kolumbianischen Präsidenten wegen Lebensmittelvergiftung verschoben

Bogotá - Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe ist wegen einer Lebensmittelvergiftung in ein Krankenhaus gebracht worden. Ein für Donnerstag geplanter Besuch bei seinem venezolanischen Kollegen Hugo Chávez habe deshalb verschoben werden müssen, teilte ein Sprecher Uribes mit. Die Ärzte wollten im Laufe des Freitag entscheiden, ob der Staatschef weiter in Behandlung bleiben müsse, hieß es weiter. Der Besuch soll die Beilegung der diplomatischen und wirtschaftlichen Krise zwischen beiden Staaten wegen der Verschleppung eines hochrangigen FARC-Mitglieds besiegeln.

Krise vor Beilegung

Kopfgeldjäger hatten den so genannten Außenminister der kolumbianischen Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC), Rodrigo Granda, am 13. Dezember in Caracas entführt, nach Kolumbien gebracht und dafür eine Prämie kassiert. Chávez hatte Kolumbien daraufhin eine Verletzung der Souveränität Venezuelas vorgeworfen und alle bilateralen Handelsabkommen außer Kraft gesetzt. Am vergangenen Wochenende teilten beide Seiten mit, die Krise sei weitgehend entschärft.

Der Ehemann der vor mehr als drei Jahren von FARC-Rebellen entführten früheren kolumbianischen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt hat in Zusammenhang mit dem Fall Granda Uribe die Blockade der Freilassung seiner Frau vorgeworfen. So habe Uribe gewusst, dass der aus Venezuela verschleppte so genannte Außenminister der FARC, Rodrigo Granda, sich in Caracas für einen Austausch der Gefangenen beider Seiten einsetzte, sagte Juan Carlos Lecompt. Granda habe zu diesem Zweck Kontakte mit nicht näher bezeichneten Schweizern in Venezuela unterhalten.

Bisher "unüberbrückbare Differenzen"

"Uribe wusste, dass Granda in Venezuela mit einigen Schweizern, bei denen es sich nicht um Regierungsvertreter handelt, über einen Austausch der in Kolumbien Entführten sprechen würde", sagte Lecompte weiter. Uribe habe damit bereits fünf mal seine Bemühungen und die anderer Personen für einen möglichen Austausch durchkreuzt.

Ein Austausch ist bisher an unüberbrückbaren Differenzen zwischen beiden Seiten gescheitert. So machte Uribe die Freilassung einiger rangniederer FARC-Häftlinge von der Freilassung aller 63 von den FARC entführten Soldaten, Polizisten und Politikern abhängig. Die FARC ihrerseits forderten eine demilitarisierte Zone im Süden des Landes. Die Auslieferung des Mitglieds der FARC-Führung Simon Trinidad am 31. Dezember vergangenen Jahres an die USA hat nach Einschätzung politischer Beobachter in Bogota die Chancen für eine Freilassung der Geiseln inzwischen erheblich verschlechtert. (APA/dpa)

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