"Die Jugend verliert"

12. Februar 2007, 12:25
posten

Die sozialistischen Jugendorganisationen demonstrierten gegen Kürzungen im Bildungsbereich, Probleme im Schulsystem und gegen die schwarz-blaue Regierung im allgemeinen

„Die Jugend war in den letzten fünf Jahren der Watschenmann der Regierung“ resümieren die Vorsitzenden von SJ, AKS und VSStÖ anlässlich des 5. Jahrestages der Schwarz-Blauen Koalition. Ob ÖH-Gesetz, Jugendarbeitslosigkeit oder Untätigkeit im Schulsystem „die Jugend hat verloren und verliert weiter.“

Ludwig Dvorak, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), streicht die seit dem Antritt von Schwarz-Blau stetig steigende Jugendarbeitslosigkeit hervor: „Ministerin Gehrer rät der Jugend, weniger Partys zu feiern, und Minister Bartenstein verteilt Geld an die Unternehmen, damit sie mehr Lehrlinge einstellen. Beides hat – die Arbeitslosenstatistiken geben mir recht – nur bewirkt, dass die Zukunft der Jugend an Perspektive verliert. Die SJÖ fordert zur Beseitigung dieser Misere direkte Investitionen in die Ausbildung von Jugendlichen, öffentliche Lehrwerkstätten und eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Die wird sich nur nach einem Rücktritt der derzeitigen Bundesregierung verwirklichen lassen.“

„Tag täglich wird uns Studierenden vor Augen geführt, dass Schwarz-Blau im Bildungsbereich versagt hat“ so Andrea Brunner vom Verband Sozialistischer Studierender. „Die Studiengebühren haben 45.000 Studierende von den Universitäten vertrieben und sind noch immer eine irrsinnige finanzielle Belastung und soziale Selektion“ resümiert Brunner den ersten universitären Streich von Katastrophenministerin Gehrer. Danach sei mit dem Universitätsgesetz der Abbau der demokratischen Strukturen gestartet worden „was in der Abschaffung der Direktwahl des bundesweiten Studierendenparlaments gegipfelt ist“ zeigt Brunner die Demokratiefeindlichkeit der letzten fünf Jahre auf.

Eine ähnliche Bilanz zieht Kim Kadlec von der Aktion kritischer SchülerInnen: „Im Schulsystem herrschen desolate Zustände. Schwarz-Blau hat mit jeder ihrer ‚Reformen' die Zustände nur noch verschlimmert.“ Besonders beunruhigt die Schülervertreterin jedoch das klar erkennbare Ziel der schwarz-blauen Bildungspolitik: „Die sozial Schwächeren sollen unten gehalten werden. Ein elitäres Bildungssystem ist das Ziel.“ Dies werde jedoch nicht ohne Widerstand bleiben: „Wir werden weiter für eine sozial gerechte, angstfreie und demokratische Schule kämpfen. Schwarz-Blau hält uns sicher nicht auf!“ (az)

  • Artikelbild
    foto: aks
Share if you care.