Steuertipps bei Gründung und Übernahme

22. März 2007, 14:35
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Um Neugründungen und Betriebsübertragungen zu fördern, sieht das Gesetz einige Steuerbefreiungen vor

Um Neugründungen und Betriebsübernahmen zu fördern, wurden in den letzten Jahren einige steuerliche Erleichterungen eingeführt. So sind NeugründerInnen und ÜbernehmerInnen von sämtlichen Verwaltungsabgaben (Stempelgebühren) befreit, die unmittelbar mit der Geschäfts(neu)eröffnung verbunden sind.

Auch die Gerichtsgebühren für die Eintragung ins Firmenbuch werden NeugründerInnen und BetriebsnachfolgerInnen erlassen. Bringt eines der Gesellschaftsmitlieder im Anlass der Gründung oder Übernahme ein Grundstück in das Unternehmen ein, ist dieses von der Eintragungsgebühr auch beim Grundbuch befreit.

Begünstigter Grunderwerb

Werden dem Unternehmen Grundstücke übertragen, für die der/die ursprüngliche EigentümerIn im Gegenzug Anteile oder Gesellschaftsrechte erhält, ist keine Grunderwerbsteuer zu entrichten. Das gilt jedoch nur für Neugründungen unbegrenzt - Betriebsübergaben sind nur dann grunderwerbsteuerbefreit, wenn der Steuerrichtwert unter 75.000 Euro liegt.

Beim Kauf von Gesellschaftsrechten durch die erste Person, die solche Rechte erwirbt - in der Regel die GründerInnen oder ErwerberInnen selbst - wird keine Gesellschaftssteuer eingehoben.

Lohnabgaben

NeugründerInnen (nicht ÜbernehmerInnen) sind außerdem von bestimmten Lohnnebenkosten, die im Gründungsmonat und in den elf darauf folgenden Monaten anfallen, befreit. Dazu zählen der Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF), der Wohnbauförderungsbeitrag, die Kammerumlage 2 und der Unfallversicherungsbeitrag.

Um als "begünstigste" Gründung anerkannt zu werden, gelten jedoch unter anderem folgende Voraussetzungen: Die Gründungsperson darf zuvor nicht in derselben Branche mit ähnlichen Produkten unternehmerisch tätig gewesen sein, es darf sich nicht um eine bloße Änderung der Rechtsform des Unternehmens handeln (Umgründung), und es darf kein Missbrauch der Förderungsbestimmungen betrieben werden. So werden beispielsweise Gründungen, der danach bestehende Betriebsteile einverleibt werden, nicht als begünstigte Fälle erachtet.

Eine Betriebsübergabe wird nur dann als begünstigt erachtet, wenn die übernehmende Person bisher nicht in vergleichbarer Art "betrieblich beherrschend" tätig war. Um die Voraussetzungsbestimmungen im konkreten Fall zu überprüfen, lohnt sich ein Beratungsgespräch mit der Wirtschaftskammer des jeweiligen Bundeslandes. (mas)

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