Partnerschaft zwischen JoWooD und Fluent nach sechs Monaten beendet

11. Februar 2005, 20:06
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Liason wurde einvernehmlich aufgelöst - Aus erhofftem Großeinstieg des US-Partners wurde nur Mini-Beteiligung

Wien - Im Mai 2004 hat der steirische Computerspiele-Hersteller JoWooD, der 2002 nur knapp an einer Insolvenz vorbeigeschrammt ist, eine strategische Partnerschaft mit dem US-Spieleentwickler Fluent Entertainment angekündigt.

Von der Kooperation erwartete man sich 10 Mio. Euro zusätzlichen Umsatz und eine Kapitalspritze durch den Einstieg des US-Partners mit bis zu 20 Prozent. Zumindest 10 Mio. Euro werde Fluent für mindestens 4 Millionen JoWooD-Aktien aus einer Kapitalerhöhung locker machen, kündigte JoWooD damals an.

Aus Großeinstieg wurde nur Mini-Beteiligung

Tatsächlich wurden jedoch nur kleinere Brötchen gebacken: Fluent investierte letztlich bloß eine Million Euro für 400.000 JoWooD-Aktien zu je 2,50 Euro. Eine Option zur Aufstockung auf bis zu 8 Millionen Aktien ließ der US-Partner Ende September ungenutzt verstreichen. Die gemeinsame Kooperation bei Marketing und Vertrieb - im August 2004 operativ angelaufen - wurde bereits ein halbes Jahr später wieder beendet, wie JoWooD heute, Freitag, bekannt gab.

Kapitalerhöhung im Sommer 2004 floppte

In der Zwischenzeit häuften sich beim steirischen Spielehersteller die Misserfolge. Die öffentliche Tranche der Kapitalerhöhung im Sommer 2004 floppte. Statt der geplanten 7,8 Millionen Aktien konnte nur rund ein Drittel, also knapp 2,7 Millionen Aktien, zu einem Preis von 2,40 Euro je Anteil an Investoren verkauft werden.

Im Dezember trat überraschend der gesamte JoWooD-Aufsichtsrat geschlossen zurück. Die Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit der Gesellschaft sei durch die stark divergierenden Positionen dominierender Aktionärsgruppen nachhaltig beeinträchtigt worden, hieß es zur Begründung.

Gewinn- und Umsatzwarnung für 2004

Am 14. Jänner, dem Tag der Bestellung des neuen Aufsichtsrats durch eine außerordentliche Hauptversammlung, kam die nächste bittere Pille für JoWooD-Aktionäre: Das Unternehmen musste überraschend eine Gewinn- und Umsatzwarnung für 2004 absetzen.

Nach dem schwachen vierten Quartal sei auch im Gesamtjahr mit Verlusten zu rechnen. Nach einem Kurssturz der Aktie nahm Firmengründer und Vorstand Andreas Tobler eine Woche später seinen Hut. Neuer Vorstandschef wurde Albert Seidl, zuvor bei der Capital Bank.

Durch den JoWooD-Einstieg sind bei Fluent Kursverluste von insgesamt rund einer halben Million Euro angefallen. Denn die im Sommer 2004 zu jeweils 2,50 Euro erworbenen 400.000 Aktien notierten am Freitag zu Mittag nur noch mit 1,23 Euro - ein Minus von 3,2 Prozent zum Vortag. (APA)

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    JoWooD und Fluent lösen Vereinbarung auf

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